Wirtschaft

"Deutliche" GewinnwarnungBei Puma läuft's nicht rund

18.07.2012, 10:19 Uhr
imageHier kommt der Autor hin
puma
Puma kommt 2012 nicht aus den Startblöcken. (Foto: picture alliance / dpa)

Italien verliert das Fußball-EM-Finale klar, Sprintstar Bolt rennt vor Olympia seiner Form hinterher - die Top-Werbeträger von Puma geben derzeit kein gutes Bild ab und auch der Konzern selbst kämpft mit Problemen: Das Europageschäft schwächelt aufgrund der Schuldenkrise. Puma kippt seine Prognose und kassiert die Quittung von den Anlegern.

Der Sportartikelhersteller Puma kommt wegen eines schwachen Europa-Geschäfts aus dem Tritt. Nach vorläufigen Berechnungen seien operatives Ergebnis (Ebit) und Konzerngewinn im ersten Halbjahr um etwa 11 beziehungsweise 13 Prozent niedriger ausgefallen als im Vorjahr, teilte Puma überraschend mit. Der Konzern will seinen Sparkurs deshalb verschärfen und den Konzernumbau beschleunigen. Das wird auch Folgen für das Gesamtjahresergebnis haben.

Durch die Einmalkosten für den Umbau von rund 100 Mio. Euro und die schwächere Geschäftsentwicklung werde der Konzerngewinn 2012 "deutlich" unter den Vorjahreswert von 230 Mio. Euro sinken. Zudem soll sich das Umsatzwachstum verlangsamen. Statt im hohen einstelligen Bereich dürften die Erlöse im Gesamtjahr jetzt nur noch im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Puma wird vom französischen Luxusgüterkonzern PPR kontrolliert. Seinen vollständigen Bericht für das zweite Quartal will der Adidas- und Nike-Konkurrent am 26. Juli vorlegen. Dann soll es einer Puma-Sprecherin zufolge auch Details zum Konzernumbau geben.

Italien, Bolt, Aktienkurs

Die Gewinnwarnung drückt auf den Aktienkurs: Die Papiere verloren deutlich, zeitweise mehr als 5 Prozent. Die Warnung sei für viele überraschend gekommen, sagte ein Händler. Denn mit der Fußball-Europameisterschaft und vor allem mit den anstehenden Olympischen Spielen gebe es zwei starke Umsatztreiber im Sommer. "Dem steht aber offensichtlich eine immer schwächere Konsumneigung gegenüber, vor allem auf Europas Märkten", stellt der Händler fest.

Die von Puma gesponsorte italienische Nationalmannschaft stand zudem im EM-Finale, verlor dort aber klar gegen den alten und neuen Europameister Spanien. Das Leichtathletik-Aushängeschild des Herzogenauracher Konzerns. der kamaikanische 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt läuft zudem derzeit seiner Form hinterher. Er wurde in diesem Jahr bereits zwei Mal von seinem Landsmann Yohan Blake geschlagen, der zudem die Weltjahresbestzeit hält und als klarer Olympia-Favorit gilt.

Adidas hält an Prognose fest

Beim Sportartikelhersteller Adidas laufen die Geschäfte dagegen wie geplant. Die bei Veröffentlichung der Erstquartalszahlen Anfang Mai genannte Prognose für das Gesamtjahr sei weiter gültig, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Adidas plant demnach für 2012 weiter mit einer Zunahme des Konzernumsatzes um währungsbereinigt annähernd 10 Prozent. Netto sollen sich die Anteilseigner über eine Ergebnissteigerung um 12 bis 17 Prozent freuen können, so dass der Gewinn zwischen 750 Mio. und 785 Mio. Euro liegen wird. Adidas setzt - wie Puma und Nike auch - auf die großen Sportereignisse in diesem Jahr, zählt aber auch auf ihre starke Präsenz in schnell wachsenden Schwellenländern.

Die Zahlen für das erste Halbjahr will der Dax-Konzern wie geplant am 2. August veröffentlichen. Die Aktie verlor rund 1 Prozent.

Quelle: ntv.de, bad/rts/DJ