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Wirtschaft

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Fed-Chef auf dem Sockel: Bernanke ist "Person des Jahres"

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(Foto: REUTERS)

"Die Rezession war die Story des Jahres. Ohne Ben Bernanke ... wäre alles viel schlimmer gekommen", erklärte Chefredakteur Richard Stengel in New York. Bernanke erhält die Auszeichnung genau einen Tag bevor der Bankenausschuss des US-Senats über eine zweite Amtszeit des ehemaligen Professors der Elite-Uni Princeton entscheidet. Sie würde am 1. Februar beginnen. US-Präsident Barack Obama hat Bernanke bereits für weitere vier Jahre nominiert, das letzte Wort haben jedoch die Senatoren. Der 56-jährige steht seit 2006 an der Spitze der Federal Reserve. In der Finanzkrise hat er die Zinsen massiv gesenkt und zudem die Geldschleusen der Notenbank so weit geöffnet wie praktisch noch nie in der US-Geschichte.

Dieses beherzte Eingreifen gilt zwar als einer der Gründe, weshalb die amerikanische Wirtschaft die Krise bald endgültig hinter sich lassen dürfte. Bernanke und die Fed sehen sich jedoch zugleich heftiger Kritik in Öffentlichkeit und Politik ausgesetzt. Viele werfen der Fed vor, die Krise nicht verhindert zu haben, und wollen einen weiteren Machtzuwachs der Zentralbank verhindern. In der sehr emotional geführten Debatte in den USA wollen nicht wenige die Fed unter Kuratel des Kongresses stellen und ihr damit de facto ihre geldpolitische Unabhängigkeit nehmen. Bernanke hat in der Vergangenheit wiederholt davor gewarnt, ein solcher Schritt werde die Glaubwürdigkeit der 1913 gegründeten Zentralbank der Vereinigten Staaten an den Finanzmärkten untergraben.

Kritik an Kreditvergabe durch Banken

Die Fed entscheidet am Mittwoch das letzte Mal in diesem Jahr über ihre Geldpolitik. Experten gehe davon aus, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses abermals bekräftigen werden, dass der Leitzins noch für längere Zeit nahe null Prozent bleiben wird. Bernanke sagte in einem Interview mit dem "Time" Magazin, die Kreditvergabe der Banken sei nach wie vor zu schwach um eine gesunde Erholung der Wirtschaft zu unterstützen. "Wir haben den Banken sehr klar gesagt, dass wir erwarten, dass sie kreditwürdigen Schuldnern auch Kredite geben."

Das "Time" Magazin veröffentlicht jährlich eine Liste der besonders einflussreichen Persönlichkeiten. In früheren Jahren waren dies zum Beispiel die Crew von Apollo 11, die als erste Menschen den Mond betraten, Microsoft-Gründer Bill Gates, der Pop-Musiker und Umweltaktivist Bono oder New Yorks früherer Bürgermeister Rudy Giuliani. 2008 zierte US-Präsident Barack Obama die Titelseite des Magazins. In diesem Jahr lies Notenbankchef Bernanke unter anderem den Oberkommandieren den Nato-Streitkräfte in Afghanistan, den US-General Stanley McChrystal, und Sprintweltrekordler Usain Bolt aus Jamaika hinter sich.

rts

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