Wirtschaft
Deutschlands Börsenprofis bewerten die Konjunkturaussichten überraschend optimistisch - trotz US-Haushaltsstreit.
Deutschlands Börsenprofis bewerten die Konjunkturaussichten überraschend optimistisch - trotz US-Haushaltsstreit.(Foto: picture alliance / dpa)

ZEW-Konjunkturbarometer steigt: Börsianer ignorieren US-Haushaltsstreit

Deutschlands Börsenprofis blicken trotz der drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA optimistisch in die Zukunft. Das ZEW-Konjunkturbarometers steigt überraschend auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren.

Börsenprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft trotz des schwelenden Haushaltsstreits in den USA optimistischer. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den kommenden sechs Monaten stieg überraschend um 3,2 auf 52,8 Punkte. Das ist der höchste Stand seit April 2010, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner Umfrage unter 237 Anlegern und Analysten mitteilte. Ökonomen hatten mit einer Stagnation auf dem Vormonatswert gerechnet. 

"Die Finanzmarktexperten bleiben optimistisch", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Ein größerer Einfluss des Streits über die Schuldenobergrenze in den USA ist derzeit nicht sichtbar." Einigen sich Demokraten und Republikaner nicht, droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit. Das könnte viele Länder in die Rezession stürzen, warnte die Industriestaaten-Organisation OECD. "Die Haushaltsdiskussion in den USA scheint die Konjunkturerwartungen nicht einzutrüben. Das spricht für eine weitergehende Belebung der Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres", sagte Stefan Kipar von der BayernLB.

Die Lage der heimischen Wirtschaft bewerteten die Finanzprofis allerdings etwas schlechter als im Vormonat. Dieses Barometer fiel um 0,9 auf 29,7 Zähler. Hier hatten Experten einen Anstieg auf 31,0 Punkte erwartet. Aus der Wirtschaft waren zuletzt schlechte Nachrichten gekommen: Sowohl die Industrieaufträge als auch die Exporte waren im August gefallen.

Quelle: n-tv.de

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