Wirtschaft

Allen Unkenrufen zum Trotz: Briten-BIP über Erwartungen

Für Großbritannien ist rigides Sparprogramm aufgesetzt worden, das sich allerdings noch nicht voll bemerkbar macht. Im dritten Quartal steigt die Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreichs stärker als erwartet. Allerdings gehen Volkswirte davon aus, dass das Land die Wirtschaftskraft nicht halten kann.

David Cameron fordert den Briten viel ab. Die Einschnitte im öffentlichen Sektor dürften sich negativ auf das Wachstum auswirken.
David Cameron fordert den Briten viel ab. Die Einschnitte im öffentlichen Sektor dürften sich negativ auf das Wachstum auswirken.(Foto: dpa)

Die britische Wirtschaft hat im dritten Quartal deutlich weniger Schwung verloren als befürchtet. Von Juli bis September stieg das Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent zum Vorquartal und damit doppelt so stark wie von Experten erwartet.

Dass die Wirtschaft das Tempo aus dem Frühjahr nicht halten konnte, lag auf der Hand. Im zweiten Quartal hatte die Konjunktur noch um 1,2 Prozent angezogen, so stark wie seit neun Jahren nicht mehr. Experten gehen nun nicht davon aus, dass die Bank von England bei ihrer nächsten Sitzung Anfang November die Geldpolitik weiter lockert.

Im Jahresvergleich ergab sich für den Sommer eine Wachstumsrate von 2,8 Prozent, die höchste seit drei Jahren. Nimmt man das zweite und dritte Quartal zusammen, schaffte Großbritannien sogar das stärkste Wachstum binnen eines halben Jahres seit rund zehn Jahren. Finanzminister George Osborne sagte, die Zahlen gäben ihm Vertrauen in eine anhaltende Erholung der Wirtschaft.

Sparkurs macht sich bemerkbar

Allerdings gehen Volkswirte davon aus, dass das Land die Wirtschaftskraft nicht halten kann. Insbesondere die von der Regierung angekündigten harten Einschnitte im öffentlichen Sektor dürften das Wachstum drosseln. Hauptkritikpunkt der politischen Gegner des Sparkurses der konservativ-liberalen Regierung von Premierminister David Cameron ist, dass das Paket das Wachstum drücken und den Aufschwung gefährden werde.

Erste Früchte zeigt der Sparkurs aber bereits: Die Ratingagentur S&P sieht nun eine geringere Gefahr dafür, dass sich die Kreditwürdigkeit des Landes verschlechtert. Sie beurteilte den Ausblick für das Rating Großbritanniens als "stabil" nach bislang "negativ". Zugleich bekräftigte S&P das bestmögliche Rating "AAA". Zur Begründung führte sie die Sparmaßnahmen der Regierung an.

Quelle: n-tv.de

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