Wirtschaft

Prognose des WirtschaftsministersBrüderle erwartet 1,4 Prozent

25.01.2010, 22:22 Uhr

Wenn Wirtschaftsminister Rainer Brüderle bei der nächsten Sitzung im Kabinett seine BIP-Prognose vorstellt, dürften seine Zuhörer wenig überrascht reagieren. Das leicht abgeschwächte Plus, mit dem Merkels Mann für die Wirtschaft rechnet, kennt die Bundeskanzlerin wohl schon aus dem Internet.

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Irgendwer hat's der Presse gesteckt: Brüderles Wachstumsprognose erreicht den Blätterwald früher als das Kabinett. (Foto: REUTERS)

Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,4 Prozent. Mit dieser Wachstumsprognose wolle Wirtschaftsminister Rainer Brüderle an diesem Mittwoch den Jahreswirtschaftsbericht im Kabinett vorlegen, berichtet das "Handelsblatt". Regierungskreise bestätigten die Angaben.

Die Bundesregierung revidiert damit ihre jüngsten Erwartungen leicht nach unten. Bisher war sie von einer Zunahme des BIP von 1,5 Prozent ausgegangen. Die Herbstprognose lag noch bei einem Wachstum von 1,2 Prozent in 2010.

Bereits am Dienstag erwarten Aktienstrategen dagegen konkretere Hinweise zur Lage der Wirtschaft. Am Vormittag (10.00 Uhr) legt das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung den Geschäftsklimaindex für Januar vor. Am Nachmittag wird gegen 15.30 Uhr der aktualisierte Weltwirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) erwartet.

Viele Experten gehen davon aus, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zum Start ins neue Jahr weiter aufgehellt hat. Im Vorfeld befragte Volkswirte erwarten im Schnitt, dass der Ifo-Index zum Geschäftsklima von 94,7 Punkten im Vormonat auf 95,1 Punkte zulegt. Dies wäre der zehnte Anstieg des Konjunkturbarometers in Folge.

Die Urteile der rund 7000 befragten Unternehmen zur gegenwärtigen Geschäftslage dürften sich etwas verbessert haben, erwarten die Experten. Bei den Zukunftserwartungen könnte es dagegen eine leichte Eintrübung geben. Als Konjunkturrisiko gilt beispielsweise die schwierigere Situation am Arbeitsmarkt.

Einschätzungen aus Washington

Abgesehen vom aktualisierten Weltwirtschaftsausblick veröffentlicht der IWF in Washington am Nachmittag auch seine jüngste Einschätzung über die Stabilität der globale Finanzmärkte. Experten halten es für möglich, dass sich der IWF in seiner Konjunkturprognose optimistischer als bisher zeigen dürfte. Erst vor wenigen Tage hatte die Weltbank bereits ihre globalen Wachstumsaussichten für dieses Jahr deutlich nach oben korrigiert.

Noch im Oktober hatte der Weltwährungsfonds ein weltweites Wachstum von 3,1 Prozent vorausgesagt. Für die USA erwartete der IWF ein Plus von 1,5 Prozent, für die Eurozone derweil lediglich ein Wachstum von 0,3 Prozent.

Quelle: mmo/dpa