Wirtschaft

Lukoil ignoriert GesetzeBulgarien legt Raffinerie lahm

27.07.2011, 12:16 Uhr

Der bulgarische Zoll weicht keinen Zentimeter: Weil der russische Ölkonzern Lukoil seine Raffinerie im Land nicht mit einem Zähler ausstattet, wird die Anlage lahmgelegt. Sie deckt 40 Prozent des Landesbedarfs an Treibstoffen.

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Lizenz entzogen: Lukoil muss nachrüsten. (Foto: REUTERS)

Bulgarien hat die Produktion von Treibstoff in der Erdölraffinerie des russischen Konzerns Lukoil lahmgelegt. Der bulgarische Zoll entzog Lukoils Lizenz zum Betrieb von Treibstofflagern, wie der Chef des Hauptzollamtes mitteilte.

Die drastische Maßnahme wurde damit begründet, dass Lukoil seine Lager nicht mit den erforderlichen Zählern für Treibstoffmengen ausgestattet habe. Die Geräte sollten für Steuerzwecke beim Zoll anzeigen, wie viel Treibstoff in den Handel kommt. Die Montagefrist sei Ende Juni ausgelaufen.

Verbraucher befürchten Preisanstieg

Der Chef der bulgarischen Niederlassung von Lukoil, Walentin Slatew, bestätige nach einem Treffen mit Finanzminister Simeon Djankow, dass die Raffinerie den Betrieb einstellen werde. Lukoil wolle das Gesetz und die Richtlinien einhalten, sagte er. Es war zunächst unklar, wann die Raffinerie eine neue Lizenz erhalten könnte. Zoll-Chef Tanow versicherte, dass keine Engpässe bei der Versorgung mit Treibstoff entstehen würden. Verbraucher befürchteten dagegen einen Preisanstieg mitten in der Sommersaison.

Lukoil betreibt die einzige Erdölraffinerie in Bulgarien. Sie liegt unweit des Schwarzmeerhafens Burgas. Die Anlage deckt rund 40 Prozent des bulgarischen Bedarfs an Treibstoffen und betreibt rund 200 Tankstellen. Lukoil ist mit 25 Prozent mit Abstand auch Bulgariens größter Steuerzahler.

Quelle: dpa