Wirtschaft

Neue Konkurrenz für die BahnBusfahrer horchen auf

15.11.2009, 12:59 Uhr

In der deutschen Busbranche macht sich Aufbruchsstimmung breit: Wenn die Politik wie angekündigt innerdeutscher Fernbuslinien zulässt, können Busse schon bald mit den Fernzügen der Bahn konkurrieren.

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Für Fahrer, Busunternehmer und Hersteller ein "interessante" Idee: Fernbuslinien quer durch Deutschland. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Das im Koalitionsvertrag von Union und FDP formulierte Ziel schaffe eine Möglichkeit, ein sehr preiswertes Verkehrsmittel über lange Strecken anzubieten, sagte ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (BDO).

Der größte private Bahn-Konkurrent Veolia Verkehr, der auch rund 1500 Busse betreibt, sieht einen "interessanten Markt, den wir uns ganz genau anschauen werden." Noch gebe es aber keine präzisen Aussagen, wann und wie eine Freigabe kommen könne. Den größten Marktanteil dürften Fernbusse allerdings vom Pkw und nicht von der Schiene holen, hieß es.

Die schwarz-gelben Regierungspartner haben vereinbart, für eine Zulassung von Fernlinien im Busverkehr das Personenbeförderungsgesetz zu ändern. Bisher ist demnach die behördliche Genehmigung zu untersagen, wenn das Angebot "Verkehrsaufgaben übernehmen soll, die vorhandene Unternehmer oder Eisenbahnen bereits wahrnehmen."

Relikt vergangener Tage

Diese Beschränkung sollte einst den Aufbau des Bahnverkehrs schützen - mit der Ausnahme von Fernbuslinien zum ehemals geteilten Berlin. Möglich sind auch grenzüberschreitende Reisebustouren ins Ausland.

Die Deutsche Bahn ist selbst Deutschlands größter Busanbieter mit rund 13.200 Fahrzeugen, davon knapp 4800 eigenen. Sie wollte sich auf Anfrage bislang nicht zum Thema äußern. Auch auf der Schiene könnten ihre ICE und Intercity bald mehr Konkurrenz bekommen, unter anderem hat die französische Bahn SNCF Interesse an Fernstrecken.

Quelle: dpa