Mittwoch, 21. April 2010
Tarifvertrag mit kurzer Laufzeit: Chemiebranche einigt sich
Die Chemieindustrie hat einen neuen Tarifabschluss. Die Beschäftigten bekommen eine "Einmalzahlung von mehreren hundert Euro und zusätzlich einen Bonus, der von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens abhängt.
Die Verhandlungsdelegationen der Arbeitgeber (l) und Arbeitnehmer während der Gespräche in Würzburg.
(Foto: dpa)
Bei den Tarifverhandlungen für die rund 550.000 Beschäftigten in der Chemieindustrie haben Arbeitgeber und Gewerkschaften eine Einigung erzielt. Vorgesehen sei eine flexibilisierte Einmalzahlung von 550 Euro, teilte der Arbeitgeberverband BAVC mit. Zudem sollen Beschäftigte von Unternehmen, die nicht von der Wirtschaftskrise betroffen sind, eine Zusatzzahlung von 200 Euro erhalten. Nach Angaben der Gewerkschaft IG-BCE erhöhen sich diese Zahlungen im Schichtdienst auf bis zu 715 beziehungsweise 260 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von elf Monaten.
Die großen Tarifkommissionen müssen dem Ergebnis noch zustimmen. Die Chemiebranche ist mit rund 1900 Betrieben Deutschlands viertgrößter Industriezweig. Im Zuge der Wirtschaftskrise hatten die Unternehmen 2009 den stärksten Einbruch seit über 30 Jahren erlitten. Zuletzt liefen die Geschäfte aber wieder etwas besser.
"Für uns ist wichtig, dass wir eine tarifliche Regelung hinbekommen mit einer kurzen Laufzeit", sagte der Verhandlungsführer der Chemiegewerkschaft IG BCE, Peter Hausmann. So ließe es sich machen, dass die Tarifparteien danach wieder zu normalen Tarifverhandlungen kommen. Dann wäre auch die wirtschaftliche Situation wieder eine andere.
Beide Seiten hatten sich in den Gesprächen bereits bei der Frage der Beschäftigungssicherung und beim Thema Ausbildung und Übernahme von Jugendlichen angenähert. Die IG BCE war mit keiner konkreten Lohnforderung in die Tarifauseinandersetzung gezogen. Eine Nullrunde hatte sie allerdings abgelehnt. Sie hatte zudem einen neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von höchstens zwölf Monaten gefordert.
rts
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