Wirtschaft

Japan größter Gläubiger: China stößt US-Anleihen ab

Der chinesische Drache spuckt Feuer.
Der chinesische Drache spuckt Feuer.(Foto: REUTERS)

Japan hat China als größten Gläubiger der USA abgelöst. Die Regierung in Peking trennte sich allein im Dezember von US-Staatsanleihen im Volumen von mehr als 34 Mrd. US-Dollar und hält derzeit noch Bonds im Wert von 755,4 Mrd. US-Dollar, wie aus Daten des US-Finanzministeriums hervorging. Experten äußerten sich besorgt zur gesamten Nachfrage nach US-Staatsanleihen. Sie befürchten, dass dies die Renditen nach oben treiben und damit die ohnehin fragile Erholung in den USA gefährden könnte.

Die Daten müssten deswegen genau beobachtet werden, sagte Win Thin, Währungsstratege bei Brown Brothers Harrisman. "Wir glauben aber nicht, dass die Reservenmanager sich nachhaltig von US-Papieren trennen." Japan stockte seinen Bestand an US-Anleihen zum Jahresende jedoch auf. Wegen der Griechenland-Krise kauften auch andere Staaten US-Papiere zu.

In den vergangenen fünf Monaten habe China Anleihen im Volumen von 45 Mrd. US-Dollar verkauft - der Zeitraum sei lang genug, um daraus einen Trend ablesen zu können, sagte Alan Ruskin von RBS Securities. China hatte im vergangenen Jahr öffentlich Sorge über die Sicherheit seiner in US-Dollar bewerteten Vermögenswerte geäußert. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern werden zudem derzeit von einer ganzen Reihe von Differenzen belastet. Dazu zählen Handelsbeschränkungen, Wechselkursfragen, Internetzensur, Menschenrechtsfragen und angekündigte US-Waffenlieferungen an Taiwan. China hält die weltweit größten Währungsreserven im Wert von ungefähr zwei Billionen US-Dollar.

Andere Investoren zeigen dagegen ungebrochenen Appetit auf US-Staatsanleihen. Japan kaufte allein im Dezember Papiere im Volumen von 11,5 Mrd. US-Dollar. Die gesamten Bestände lagen damit bei 768,8 Mrd. US-Dollar. Auch Großbritannien, Luxemburg und Hongkong haben den Daten zufolge zugekauft. Dabei spiele eine Rolle, dass im Zuge der Schuldenkrise in Griechenland Euro-Anleihen an Attraktivität eingebüßt hätten, sagte Thin. Die gesamten Nettozuflüsse langfristiger Papiere beliefen sich auf 63,3 Mrd. US-Dollar. Die USA sind auf Kapitalzuflüsse angewiesen, um ihr massives Handelsbilanzdefizit finanzieren zu können.

Quelle: n-tv.de

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