Freitag, 12. Februar 2010
"Angemessen locker": China strafft Geldpolitik
Die chinesische Zentralbak leitet mit der Anhebungen der Mindestreserve-Anforderungen für Banken eine Straffung der Geldpolitik ein. Mit dem Schritt soll einer Überhitzung der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft entgegengewirkt werden.
Die Banken müssen sich bei den höheren Mindestreserve-Anforderungen strecken.
(Foto: picture alliance / dpa)
China hat zum zweiten Mal binnen vier Wochen die Mindestreserve-Anforderung für Banken erhöht. Die Geschäftsbanken der Volksrepublik müssten ab dem 25. Februar eine um 0,5 Prozentpunkte höhere Mindesteinlage bei der Notenbank halten, teilte die Chinesische Volksbank (PBOC) mit.
Zudem erhöhte die Notenbank zum zweiten Mal in Folge die Zinssätze für Staatspapiere. Mit den Erhöhungen hat China de facto eine Straffung seiner Geldpolitik eingeleitet. Der Schritt könnte Dampf aus der Wirtschaft nehmen, die nach dem Krisenjahr bereits wieder auf starkem Wachstumskurs ist.
Die Zentralbank kündigte an, mit den strengeren Mindestreserveanforderungen solle eine vernünftige Kreditvergabe durch die Banken sichergestellt werden. Gleichzeitig bezeichnete sie ihre geldpolitische Haltung bleibe unverändert "angemessen locker".
Medienberichten zufolge belief sich das Volumen neu ausgegebener Kredite in der ersten Januarwoche auf umgerechnet rund 60 Mrd. Euro. Das ist fast doppelt so viel wie der Monatsdurchschnitt im zweiten Halbjahr 2009.
Höhere Leitzinsen dürften vorerst nicht auf der Tagesordnung stehen. Experten zufolge könnte die Notenbank jedoch die Mindestreserve-Anforderungen weiter nach oben schrauben, um noch mehr Liquidität aus dem Markt zu nehmen.
ddi/rts
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