Wirtschaft

"Eine große Sache"Chinas Devisenberg schrumpft

13.01.2012, 12:00 Uhr
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Welche Währungen genau im Bestand fehlen, wurde nicht gesagt. (Foto: REUTERS)

Erstmals seit 1998 sind Chinas Devisenreserven Ende vergangenen Jahres gesunken. Das sei das erste Mal seit 1998 und "eine große Sache", sagte Nomura-Ökonom Zhiwei Zhang. Andere Ökonomen hoffen auf einen vorübergehenden Effekt.

Die Devisenreserven der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft China sind im Schlussquartal 2011 erstmals seit langer Zeit gesunken. Die Reserveposition sei von 3,2 Billionen Dollar per Ende September auf 3,18 Billionen Dollar zum Jahresende gefallen, teilte die chinesische Notenbank in Peking mit. Es ist der erste Rückgang seit dem zweiten Quartal 1998, als die asiatische Finanzkrise tobte. Die Notenbank gab keine Hinweise darauf, auf welche Währungen sich der Rückgang konzentriert.

Gründe für das Minus bei den Fremdwährungsbeständen dürften in der europäischen Schuldenkrise und der schwächeren Weltkonjunktur zu finden sein: Zuletzt hatte sich der chinesische Außenhandel deswegen schwächer entwickelt, was den Devisenzufluss nach China bremste. Außerdem hatte sich die chinesische Binnenkonjunktur unlängst etwas abgekühlt.

Investoren könnten dies zum Anlass genommen haben, Kapital aus dem grundsätzlich sehr wachstumsstarken Land abzuziehen, erklärte Nomura Ökonom Zhiwei Zhang. Ma Xiaoping von HSBC sagte, er betrachte den Rückgang als vorübergehendes Phänomen.

Quelle: sla/DJ/dpa