Freitag, 05. Februar 2010
Fulminanter Jahresauftakt: Chinas Wirtschaft boomt
Die Exporte treiben Chinas Wirtschaft an. Das ist nicht neu, doch das Wachstum steigert sich im ersten Monat des Jahres nochmals erheblich. Damit wachsen auch die Währungsreserven des Landes weiter an.
Containerterminal in Uiwang: Die Exporte sorgen in China für ein zweistelliges Wachstum.
(Foto: REUTERS)
Chinas Wirtschaft nimmt nach Einschätzung von Regierungsexperten zum Jahresauftakt weiter Fahrt auf. Das Wachstum dürfte im ersten Quartal 11,5 Prozent erreichen, zitierte das "China Securities Journal" das staatliche Informationszentrum. Eine Ursache dafür seien die staatlichen Konjunkturpakete. 2009 war die chinesische Wirtschaft um 8,7 Prozent gewachsen. Dabei hatte die Konjunktur im Jahresverlauf schrittweise angezogen: Im vierten Quartal lag der Zuwachs bereits bei 10,7 Prozent.
China profitierte dabei unter anderem von den Exporten: Das Land häuft seit Jahren massive Handelsbilanzüberschüsse und damit Devisenreserven an. Allein 2009 wuchsen die Bestände um 453,1 Milliarden Dollar auf 2,4 Billionen Dollar an - damit besitzt kein anderes Land mehr Reserven als China. 71 Milliarden Dollar des Zuwachses kommen aus Wechselkursänderungen, wie die zuständige Behörde mitteilte - 15,7 Prozent des gesamten Anstiegs der Bestände. Zudem sollen künftig Informationen zu den Wertveränderungen der Devisen vierteljährlich bekanntgegeben werden.
China veröffentlicht keine Details zur Zusammensetzung seiner Reserven. Experten gehen aber davon aus, dass die Regierung in Peking ungefähr zwei Drittel in Dollar investiert hat, etwa in US-Staatsanleihen. Wie viel Geld in anderen Währungen wie Euro-Anlagen steckt, ist bei Experten umstritten. Nach dem Dollar dürfte aber der Euro die zweitwichtigste Währung sein. Wenn die Gewinne aus Kursveränderungen künftig häufiger bekanntgegeben würden, könnte das helfen, Licht ins Dunkel zu bringen, sagte Nie Wen von Fortune Trust: "Ich denke, wir könnten das Verhältnis von Euro-Anlagen und US-Staatsanleihen herausarbeiten - die beiden wichtigsten Kategorien der Devisenreserven."
rts
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