Neue Arbeitsplätze, neue ZieleCisco verabschiedet Krise
Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco lässt die Krise hinter sich. Das zweite Quartal sei wesentlich besser gelaufen, als erwartet, freut sich Cisco-Chef John Chambers. Nun sollen schnell neue Mitarbeiter her, damit der Konzern das Tempo halten kann.
Cisco verdiente im Berichtsquartal mit 1,9 Mrd. Dollar fast ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 9,8 Mrd. Dollar. Neben dem asiatischen war es überraschenderweise der nordamerikanische Markt, der kräftig anzog. Europa dagegen war weiter schwach.
Tausende neue Arbeitsplätze
Die Zahlen seien ein eindeutiges Signal dafür, dass die zweite Phase der wirtschaftlichen Erholung begonnen habe, sagte Chambers. Er stockte seine Mannschaft deshalb in den vergangenen drei Monaten um rund 2.100 auf knapp 65.900 Beschäftigte auf. In den kommenden Quartalen sollen 2.000 bis 3.000 weitere Mitarbeiter hinzukommen.
Cisco stellt Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Cisco-Technik steckt in den meisten Firmen-Netzwerken und im weltumspannenden Internet. Das Geschäft des Konzerns spiegelt damit die Investitionsbereitschaft in verschiedensten Branchen wider.
In der Krise hatten die Unternehmen ihre IT-Ausgaben drastisch zurückgefahren, jetzt haben sie Nachholbedarf und müssen investieren. Das hatten bereits die Zahlen einer ganzen Reihe von IT-Konzernen gezeigt. Zusätzliches Geschäft verspricht sich Cisco durch den immer weiter fortschreitenden Ausbau der Netze, etwa für Videokonferenzen oder Film-Downloads.
Rosiger Ausblick
Im dritten Quartal rechnet Cisco-Chef Chambers damit, dass der Umsatz die 10-Milliarden-Dollar-Marke durchbricht. Er macht seine Erwartung vor allem am guten Auftragseingang im wichtigen Heimatmarkt fest. Neben den Geräten verdient der Konzern auch am Service.
Die Börsianer waren von derart guten Zukunftsaussichten überrascht. Auch hatten sie nicht damit gerechnet, dass sich Cisco so schnell von der Krise erholt. Die Aktie legte nachbörslich rund zwei Prozent zu.