Komplizierte Dresdner-IntegrationCoba sieht sich auf Kurs
Nun wächst zusammen, was zusammengehört. Die Commerzbank kommt mit der kostspieligen Integration der Dresdner Bank voran. Von Juni an soll die Fusion der beiden Banken auch für deren zusammen elf Millionen Kunden sichtbar werden.
Die Commerzbank kommt bei der Integration der Dresdner Bank gut voran. Bis zum Ende des Jahres seien voraussichtlich 1,1 Milliarden Euro der bis 2013 veranschlagten Kostensenkungen von 2,4 Milliarden erreicht, sagte der für das Zusammenwachsen der beiden Banken verantwortliche Bereichsvorstand Markus Krebber.
Geplant gewesen sei 2010 nur eine Milliarde Euro. Am Endziel hat sich laut Krebber aber nichts geändert. Ende 2009 standen nach Berechnungen der Commerzbank 661 (geplant: 552) Millionen Euro zu Buche.
Bis Ende Februar hätten 3600 der ehemals 67.000 Mitarbeiter der beiden Institute die fusionierte Bank verlassen, die Hälfte davon im Inland. 2000 weitere hätten - vor allem in Deutschland - ihren Weggang bereits vertraglich vereinbart. Insgesamt sollen der Fusion 9000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen, die Bank hat bis Ende 2011 aber betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.
Umrüstung der Filialen
Von Juni an soll die Fusion der beiden Banken auch für deren zusammen elf Millionen Kunden sichtbar werden. Krebber verglich den Prozess mit einem Marathon: "Damit beginnt die entscheidende Phase, im Juni haben wir zwei Drittel der Strecke hinter uns." Dann will die Commerzbank mit der Umrüstung der 1600 Filialen beginnen, von denen am Ende 1200 übrig bleiben werden.
Dennoch sollen alle bisherigen Dresdner-Filialen zunächst mit dem neuen Commerzbank-Schriftzug ausgestattet werden, auch wenn knapp 200 davon später geschlossen werden. Bis August sollen alle Filialen das neue Design tragen. "Das ist wie ein Umzug aller Münchner nach Hamburg oder umgekehrt, aber ohne dass die alten Mieter ausziehen", sagte Krebber. Den Auftakt macht Mitte Juni die Firmenzentrale in der Frankfurter Innenstadt. An dem Commerzbank-Hochhaus wird dann das alte Commerzbank-Logo gegen den neuen Schriftzug und das - nunmehr gelbe - einstige Dresdner-Band ausgetauscht.
Bis alle Kunden in allen Filialen auf alle Dienstleistungen und Produkte der Bank zurückgreifen können, wird es aber noch bis Mitte 2011 dauern. Erst dann ist die Zusammenführung der IT beider Banken auf das bisherige Commerzbank-System abgeschlossen, erst danach würden die ersten Filialen zusammengelegt. So lange müssten die Kunden noch mit Unannehmlichkeiten leben, sagte der für den Umbau des Privatkundengeschäfts zuständige Manager Korbinian Ibel. Wegen der Fusion abgesprungen seien allenfalls einzelne: "Unsere Kundenzahlen sind stabil."