Ausstieg des BundesCommerzbank hat einen Plan

So könnte es gehen: Die Commerzbank hat einen Plan, wie sie sich aus den Fängen des Staates befreien könnte. Die Stille Einlage würde demnach in Aktienpakte umgewandelt werden. Aber Coba-Chef Blessing hat noch weitere Asse im Ärmel.
Die Commerzbank hat erstmals einen konkreten Weg zum Ausstieg des Staats aufgezeigt. Der neue, vergrößerte Kapitalrahmen der Frankfurter Bank sieht als eine Möglichkeit die Umwandlung der Stillen Einlage oder eines Teils davon in Grundkapital vor, um es anschließend sofort bei anderen Investoren zu platzieren, wie aus der Einladung zur Commerzbank-Hauptversammlung am 19. Mai hervorgeht. "Es ist dabei beabsichtigt, einen möglichen teilweisen Ausstieg aus der Aktienbeteiligung in möglichst wenigen Einzelschritten vorzunehmen", heißt es in den Erläuterungen zu dem Antrag.
Mit einer Finanzspritze von 16,4 Milliarden Euro in Form von Stillen Einlagen und Eigenkapital von 1,8 Milliarden Euro war die Commerzbank in der Finanzkrise gerettet worden. Seither hält der Staat 25 Prozent. Die Bank, die an der Börse zurzeit rund 7,5 Milliarden Euro wert ist, muss Zinsen auf die Stille Einlage zahlen - allerdings erst dann, wenn sie wieder Gewinne schreibt. Bis dahin müssen auch die Aktionäre mit Dividenden hinter den Ansprüchen des Bankenrettungsfonds SoFFin zurückstehen.
Neue Spielräume für Kapitalerhöhungen
Mit einem weiteren Antrag will die Commerzbank verhindern, dass der Anteil des SoFFin bei einer Kapitalerhöhung unter die Sperrminorität von 25 Prozent zurückfällt. Dazu soll er dann das Recht bekommen, die Stille Einlage in bis zu 137 Millionen neue Aktien wandeln.
Die Bank will den Spielraum für Kapitalerhöhungen deutlich erweitern. Künftig soll sie das Kapital um bis zu 590 Millionen Aktien erhöhen können - das sind 50 Prozent des Grundkapitals. Bisher lag der Rahmen bei rund 440 Millionen Euro. Durch den Einstieg des Bundes hatte sich das Grundkapital erhöht. Zum derzeitigen Aktienkurs könnte die Commerzbank damit bis 2015 bis zu 3,8 Milliarden Euro einsammeln. Über Wandelanleihen oder Genussrechte könnten weitere vier Milliarden Euro hinzukommen.
Über den Zeitpunkt einer Kapitalerhöhung wird seit Monaten spekuliert. Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte sie als "eine von mehreren Maßnahmen, die möglich sind", bezeichnet. In der HV-Einladung heißt es: "Der Vorstand wird in jedem Einzelfall sorgfältig prüfen, ob der Einsatz des Genehmigten Kapitals 2010 notwendig ist".