Airline-Fusion Continental funkt dazwischen
Die Fluggesellschaft United Airlines redet nicht nur mit US Airways über eine Fusion, sondern auch mit dem Rivalen Continental. Eine Vereinbarung kann binnen weniger Wochen stehen, aber auch ein Scheitern ist möglich.
Die angedachte Fusion zwischen US Airways und United Airlines ist noch nicht in trockenen Tüchern. Der Rivale Continental Airlines hat sich der "New York Times" zufolge eingemischt und eigene Verhandlungen mit der United-Airlines-Mutter UAL aufgenommen. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadion und könnten leicht scheitern, schränkte die Zeitung aber ein.
Da die Fluggesellschaften vor allem im Raum der US-Hauptstadt Washington aktiv sind, werden kartellrechtliche Bedenken erwartet. Zudem könnten Beobachtern zufolge auch dieses Mal die Gewerkschaften ihre Zustimmung verweigern.
Branche konsolidiert sich
In der krisengeplagten Branche herrschen Sparzwänge und ein starker Konsolidierungsdruck. Zuletzt hatte Continental 2008 mit der United Airlines über einen Zusammenschluss verhandelt, allerdings ohne Erfolg. Vor einigen Tagen waren dann US Airways und United Airlines auf Tuchfühlung gegangen. Schon kurz danach tauchten Spekulationen auf, Continental könnte eingreifen.
Ein Branchenexperte vermutet einen geschickten Schachzug von United: Die Fluggesellschaft habe lange am Traualtar stehen müssen und sei des Wartens auf Continental müde geworden, sagte Mo Garfinkle. "Vielleicht kann United durch den Flirt mit einem anderen Mädchen die Aufmerksamkeit von Continental zurückgewinnen."
Die Aktien von Continental und UAL legten kräftig zu. Zusammen würden die beiden Unternehmen die größte Fluggesellschaft der Welt werden. Die beiden Gesellschaften sind - genauso wie US Airways - bereits über das Luftfahrtbündnis Star Alliance miteinander verbandelt. Diesem gehört auch die Lufthansa an.