Vertrieb soll billiger werdenDaimler dreht an Kostenschraube
Der Autobauer Daimler schwingt den Rotstift und will seine Vertriebskosten um 30 Prozent senken. Der prestigeträchtige Standort Potsdamer Platz in Berlin steht zur Debatte. Den Dax-Konzern zieht es in den Ostteil der Bundeshauptstadt.
Daimler arbeitet angeblich an einer neuen, deutlich schlankeren Vertriebsorganisation. Dabei würden allen Ländern bestimmte Kostenziele vorgegeben, berichtete die "Automobilwoche". Unter dem Strich wolle die Pkw-Sparte rund 30 Prozent der Kosten im Vertrieb einsparen. Dazu verhandele die deutsche Vertriebsorganisation von Mercedes (MBVD) mit dem Betriebsrat über ein Sparpaket und stelle den Standort Potsdamer Platz in Berlin auf den Prüfstand.
Um das geplante Volumen zu realisieren, favorisiere MBVD-Chef Harald Schuff einen Umzug in den Ostteil von Berlin. Dann könnte die Daimler-Tochter nicht nur von deutlich niedrigeren Mieten, sondern auch von günstigeren Konditionen des Ost-Tarifvertrags unter anderem mit längeren Arbeitszeiten profitieren. Am Gesamtpaket sollen die Personalkosten laut "Automobilwoche" zwischen 10 und 15 Prozent ausmachen.
"Das Management muss ein gewisses Einsparvolumen erzielen. Sollte es keine Einigung geben, droht die komplette Verlagerung nach Stuttgart und ein deutlicher Stellenabbau", zitiert die "Automobilwoche" einen nicht genannten Unternehmensinsider.
Verhandlungen laufen noch
Die rund 1000 MBVD-Mitarbeiter seien vor kurzem auf einer Betriebsversammlung über die Pläne informiert worden. Mit einem Verhandlungsergebnis sei erst in einigen Wochen zu rechnen.
"Unsere Mietverträge laufen bis Ende 2012. Derzeit prüfen wir verschiedene mögliche Optionen, bis jetzt ist keine Entscheidung getroffen", zitiert die "Automobilwoche" eine MBVD-Sprecherin. Daimler gab zu dem Bericht keine Stellungnahme ab.