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Wirtschaft

Donnerstag, 13. August 2009

Volkswirte zum Wirtschaftswachstum: Das Ende der Rezession?

Verliert die Erholung schon bald wieder an Kraft?

Verliert die Erholung schon bald wieder an Kraft?
(Foto: dpa)

Die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik ist zu Ende. Die deutsche Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal überraschend um 0,3 Prozent im Vergleich zum ersten Vierteljahr. "Das ist das erste Wachstum nach einem Jahr stetigen Schrumpfens", sagte ein Statistiker. Analysten hatten im Schnitt mit einem erneuten Minus von 0,3 Prozent gerechnet. Sie sagten in ersten Reaktionen:

Jens-Oliver Niklasch, LBBW:

"Ich würde nicht soweit gehen, zu sagen, dass die Rezession zu Ende ist. Hier sieht man nicht zuletzt die Wirkung der Fiskalpolitik. Im kommenden Jahr könnte aber die lockere Geldpolitik ihre Wirkung entfalten und wir könnten eine Erholung sehen.

Die Frage ist, wie dauerhaft das ist. Wir haben viele Probleme nicht gelöst, insbesondere ist der Bankensektor nach wie vor auf den staatlichen Schutzschirm angewiesen. Solange nicht geklärt ist, dass die Kapitalbasis der Banken robust ist, können wir nicht davon ausgehen, dass die Krise vorbei ist. Japan ist hier ein mahnendes Beispiel."

Christian Dreger, DIW:

"Die Rezession ist vermutlich zu Ende. Wir kommen in eine Phase der Stabilisierung und des leichten Wachstums. Die Industrie hat das Schlimmste überstanden, auch weil die Weltwirtschaft sich erholt - allerdings nur langsam. Das Risiko für Deutschland bleibt ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit. Sollte im Herbst Kurzarbeit verstärkt in Entlassungen umgewandelt werden, dämpft das die Löhne und den Konsum."

Andreas Rees, Unicredit:

"Die Rezession ist vorbei, und sie ist früher zu Ende gegangen als alle gedacht haben. Das sind erfreuliche Nachrichten. Unserer Einschätzung nach werden wir in der zweiten Jahreshälfte eine v-förmige Erholung sehen. Wir erwarten für das dritte Quartal ein für deutsche Verhältnisse sehr starkes Wachstum von einem Prozent, ich würde aber sogar ein noch höheres Wachstum nicht ausschließen. Auch danach sollte die Wirtschaft für deutsche Verhältnisse stark zulegen können. Ab dem Frühjahr 2010 wird der Aufschwung aber an Kraft verlieren, weil dann die Fiskalprogramme weltweit auslaufen werden. Zudem wird am Arbeitsmarkt noch einiges an negativen Nachrichten kommen. Wir brauchen einen Airbag für den Arbeitsmarkt, das Kurzarbeitergeld wird nicht reichen. Um die Jahreswende werden die Unternehmen gezwungen sein, deutlich Beschäftigung abzubauen."

Jörg Krämer, Commerzbank:

"Die Rezession ist vorbei. Nicht nur in Deutschland. Der Unsicherheitsschock, der nach der Lehman-Pleite weltweit eingesetzt hatte, ist abgeebbt. Die Unternehmen holen Investitionen nach. Das Konjunkturprogramm hat keinen großen Anteil an der Erholung.

In den kommenden Monaten sollte die Wirtschaft weiter wachsen. Wir rechnen im dritten Quartal mit einem Wachstum von 0,8 Prozent."

DJ

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