Wirtschaft

Kleine Welle am DerivatemarktDax-Rutsch zieht Kreise

07.01.2010, 17:26 Uhr

Der Bruch der 6000-Punkte-Marke beim Dax führt am Donnerstag zu zahlreichen Call-Verkäufen am deutschen Derivatemarkt. Die Marktteilnehmer bekommen die Wirkung einer psychologisch bedeutsamen Kursschwelle zu spüren.

"Die 6000 Punkte hatten viele Marktteilnehmer als Stop-Kurs gewählt, somit wurden ihre Positionen automatisch aufgelöst", sagte ein Händler. Gleichzeitig waren Put-Optionen wieder gefragter. An der Derivatebörse Scoach machten verkaufte Call-Optionen und gekaufte Put-Optionen bis zum Nachmittag rund 52 Prozent aller Dax-Scheine aus.

Der Put der Commerzbank war dort das umsatzstärkste Hebelprodukt. Auch der Put von der Citigroup war besonders stark gefragt. Gleichzeitig gehörten der endlose "Dax Wave" und der Ende Januar auslaufende "Dax Wave" von der Deutschen Bank zu den volumenstärksten Hebelprodukten an der Euwax.

Während die Anleger beim Dax auf Nummer sicher gingen, griffen sie bei Einzelwerten mitunter stark zu. Scheine auf die Commerzbank wie der "Open End Turbo Bull" waren gefragt, nachdem der Automobilzulieferer Continental am Morgen eine Kapitalerhöhung bekannt gegeben hatte. Die Commerzbank ist der größte Gläubiger des Unternehmens.

Perlen im Datenstrom

"Insgesamt werden vor allem Scheine auf Aktien gekauft, welche die starke Rally 2009 nicht so richtig mitgemacht haben", sagte ein Händler. Beispiele dafür waren der Call auf Infineon von Vontobel und der Call auf die Telekom.

Insgesamt blieben die Handelsumsätze am Donnerstag sehr gering. "Ich werde den Eindruck nicht los, dass viele Marktteilnehmer noch im Urlaub sind", sagte ein Händler. Zudem bot der seit Mittag nahezu seitwärts laufende Dax kurzfristig orientierten Händlern ein ungünstiges Umfeld.

Die erwarteten Kursschwankungen änderten sich gegenüber Mittwoch kaum, der Dax-Volatilitätsindex notierte am Nachmittag bei rund 22 Prozent.

Quelle: rts