Desaströse AuftragslageDemag Cranes in der Krise
Der Kranhersteller Demag Cranes kämpft weiter mit erheblichen Problemen. Weil die Aufträge ausbleiben, sinkt der Umsatz im abgelaufenen Quartal deutlich. Auch das Ergebnis bricht ein. Aber es gibt erste hoffnungsvolle Anzeichen..
Die zuletzt desaströse Auftragslage hat beim Kranhersteller Demag Cranes zum Jahresauftakt 2010 noch tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Umsatz sei in den ersten drei Monaten um gut 15 Prozent auf 227,4 Mio. Euro gesunken, teilte der Düsseldorfer Konzern mit. Der operative Gewinn brach im zweiten Quartal des Demag-Geschäftsjahres 2009/10 (zum Ende September) um etwa 46 Prozent auf 10,5 Mio. Euro ein, der Überschuss binnen Jahresfrist ähnlich stark auf 4,6 Mio. Euro. Die Ertragskennziffern seien schlecht ausgefallen, sage ein Börsianer.
Die Aktien lagen vorbörslich im Minus. Am Mittag stand aber ein kleines Plus zu Buche.
Gleichwohl spürt auch Demag langsam die Erholung der Weltwirtschaft und verbuchte erstmals seit Ende 2008 wieder mehr Bestellungen. Vor allem die Nachfrage nach Hafenmobilkränen, deren Entwicklung vom weltweiten Warenumschlag und der Containerabwicklung abhängig ist, habe wieder angezogen, teilte das Unternehmen. Vorstandschef Aloysius Rauen hofft, die Talsohle nun zumindest durchschritten zu haben. Für eine generelle Entwarnung sei es vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der Finanzmärkte aber zu früh. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Rauen weiterhin den Konzernumsatz unter dem Vorjahreswert von 1,05 Mrd. Euro.
Ende der Kurzarbeit noch offen
Im Zeitraum Januar bis März legten die Bestellungen den Angaben zufolge verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 7,7 Prozent auf 215 Mio. Euro zu. Während bei Industriekränen die Orders nochmals um ein Prozent auf 93,9 Mio. Euro schrumpften, schnellten sie in der Hafentechnologie um knapp 30 Prozent auf 44,3 Mio. Euro nach oben. Im margenstarken Dienstleistungsgeschäft stieg der Auftragseingang um 8,3 Prozent auf 77,4 Mio. Euro.
Demag Cranes hatte angesichts der sinkenden Nachfrage bereits im Mai 2009 angekündigt, weltweit bis zu 750 der damals rund 6.200 Arbeitsplätze zu streichen. Aktuell seien 506 Stellen abgebaut, sagte Rauen. "Darüber hinaus sind nach den aktuellen Entwicklungen keine Stellenstreichungen geplant. Wir greifen bei Bedarf auf Kurzarbeit zurück." Derzeit arbeiten nach Konzernangaben im Bereich Hafentechnologie noch 147, bei den Industriekranen und im Servicegeschäft noch 382 Mitarbeiter kurz. Noch ist unklar, wann Demag Cranes die Kurzarbeit beenden kann.
Der Konzern will jedoch geringfügig mehr investieren, vor allem in boomenden Regionen wie Indien, wo Anfang Juni in unmittelbarer Nähe zu den Autobauern Volkswagen und BMW eine neue Fabrik eröffnet wird. In China stehe derzeit die Entscheidung an, den bestehenden Standort zu erweitern oder ein neues Werk zu bauen. Darüber hinaus würden auch aufgeschobene Investitionen teils nachgeholt.