Mittwoch, 07. Oktober 2009
Otto Beisheim: Der Aufstieg des Metrologen
Klaus Schepers
Er gehört zu den reichsten deutschen Unternehmern, in der Öffentlichkeit ist er allerdings nur selten zu sehen. Die Geschichte von Otto Beisheim ist auch die Geschichte der Metro - eine ständige Expansion und ein lang anhaltender Aufstieg.
Otto Beisheim auf der Hauptversammlung der Metro 2007.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
In Berlin ist der Aufstieg von Beisheim seit 2004 auch physisch sichtbar: Im prunkvollen Beisheim-Center sind nicht nur zwei Fünf-Sterne-Hotels beherbergt, sondern auch hochwertige Büros und Apartments. Die oberste Etage des Gebäudes am Potsdamer Platz hat er sich persönlich gesichert. So hat er sich zum 80. Geburtstag das größte Geschenk quasi selbst gemacht.
Zuvor machte der nahe Essen geborene Sohn eines Gutverwalters eine Ausbildung als Lederwarenkaufmann, bevor er im Alter von 18 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Über diese Zeit gibt es von Beisheim selbst keine Aussagen. Gerüchte über eine Tätigkeit in der "Leibstandarte Adolf Hitler" der Waffen-SS hat er selbst nie dementiert oder bestätigt - die Zeit bleibt ein weißer Fleck in seinem Lebenslauf. Ähnlich wie die Gebrüder Albrecht von Aldi oder der Lidl-Gründer Dieter Schwarz zeigt sich der 85-Jährige fast nie in der Öffentlichkeit.
Ein andauernder Aufstieg
Im Jahr 1964 beginnt seine scheinbar unaufhaltsame Karriere mit dem Einstieg beim Handelskonzerns Metro. Durch seine Tätigkeit bei der Firma Stöcker & Reinshagen hatte er ein Jahr zuvor zwei Duisburger Kaufleute kennen gelernt, die gemeinsam die Metro gegründet hatten - die beiden Brüder Wilhelm Schmidt Ruthenbeck und Ernst Schmidt. Mit der zweiten Markteröffnung in Mülheim an der Ruhr wird Beisheim Hauptgeschäftsführer, er gewinnt mit der Haniel-Stiftung einen wichtigen Geldgeber für die Zukunft. Die Geschichte der Metro ist von hier an auch die Geschichte von Beisheim - eine ständige Expansion und ein andauerender Aufstieg.
Das Beisheim-Center am Potsdamer Platz.
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Heute zählt die Metro mit einem Umsatz von 68 Milliarden Euro und rund 290.000 Mitarbeitern zu den größten Handelskonzernen der Welt. Neben dem Kernbereich "Cash and Carry" gehören die Tochterfirmen Kaufhof, Mediamarkt und Saturn sowie sowie Real zur Metro AG. Inzwischen ist der Handelskonzern in 32 Ländern weltweit vertreten, weitere sollen folgen.
Beisheim meidet die Öffentlichkeit
Auch wenn Beisheim sich fast nie in der Öffentlichkeit gezeigt hat, taucht er bei einigen öffentlichen Einrichtungen als Namensgeber auf. Am bekanntesten dürfte dabei die WHU in Vallendar sein, eine renommierte "wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung" - die Otto Beisheim School of Management. Den Namen verdankt sie einer Spende von rund 25 Millionen Euro in das Stiftungskapital der WHU im Jahr 1993.
Mit dem Ausstieg aus dem Pool der Gründergesellschafter und der Reduzierung seiner Anteile um 5,2 Prozent könnte sich ein leiser Rückzug des Unternehmers andeuten. Sein Vermögen wird auf knapp fünf Milliarden Euro geschätzt.
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