Samstag, 06. März 2010
Waffenkredit für Griechenland?: Deutsche Bank am Pranger
Deutschlands größtes Geldhaus sieht sich mit unangenehmen Vorwürfen konfrontiert: Die Deutsche Bank soll der griechischen Regierung vor Jahren geholfen haben, die Löcher im Staatshaushalt mittels eines Waffengeschäfts zu vertuschen. Die Bank sieht das ganz anders.Die Deutsche Bank hat Vorwürfe im Zusammenhang mit einem sieben Jahre alten Geschäft mit Griechenland zurückgewiesen. Einem Bericht des "Spiegel" zufolge hat die Londoner Filiale des Frankfurter Bankhauses 2003 "ein legales, aber äußerst fragwürdiges Geschäft" für Griechenland konstruiert.
Den Angaben zufolge bestand das Geschäft aus einem Kredit für ein Waffengeschäft, mit dem das Land "Schuldenkosmetik" betrieben habe. "Wir weisen den Vorwurf der Fragwürdigkeit zurück", sagte ein Bank-Sprecher. Es habe sich um eine ganz normale Warenfinanzierung gehandelt.
Die Deutsche Bank habe dabei mit der heutigen Commerzbank-Tochter Eurohypo zusammengearbeitet, hieß es im "Spiegel" weiter. "Die Eurohypo übernahm im Jahr 2003 eine Forderung gegenüber dem griechischen Staat in Höhe von rund einer Milliarde Euro, die vergangenes Jahr zurückgezahlt wurde", zitiert das Magazin einen Sprecher der Eurohypo.
Griechenland wird vorgeworfen, mit Hilfe von Banken seine wahre Finanzlage verschleiert zu haben. So prüft die US-Börsenaufsicht, ob Goldman Sachs dem Land mit Derivate-Geschäften bei der Vertuschung seines enormen Haushaltsdefizits unter die Arme gegriffen hat. Griechenland hatte unter anderem auf Basis falscher Angaben den Beitritt zur Eurozone erreicht.
rts
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