Wirtschaft

Abschreibungen auf Athen-Anleihen: Deutsche Bank kippt Prognose

Die Finanzmarktturbulenzen setzen auch der Deutschen Bank kräftig zu. Vorstandschef Ackermann erklärt nun, dass das Gewinnziel für dieses Jahr nicht mehr zu halten ist. Das Geldinstitut schreibt weitere 250 Millionen Euro auf griechische Staatsanleihen ab. Beim Investmentbanking außerhalb Deutschlands sollen 500 Stellen wegfallen.

Die Deutsche Bank verabschiedet sich von ihren ehrgeizigen Zielen.
Die Deutsche Bank verabschiedet sich von ihren ehrgeizigen Zielen.(Foto: picture alliance / dpa)

Wegen der Turbulenzen auf den Kapitalmärkten hat die Deutsche Bank ihre Prognose gesenkt. Das Frankfurter Geldinstitut hält es nun nicht mehr für möglich, in diesem Jahr wie angestrebt zehn Milliarden Euro vor Steuern zu verdienen, wie Vorstandschef Josef Ackermann auf einer Analystenkonferenz in London erklärte.

Er hatte zuletzt die Märkte bereits auf diesen Schritt vorbereitet. Schon bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im Juli hatte Ackermann das Erreichen der Ziele unter Vorbehalt sich stabilisierender Märkte gestellt. Danach spitzte sich die Schuldenkrise in Europa zu und verdarb vielen Anlegern die Lust am Investieren.

Ackermann kündigte an, dass die Bank weitere 250 Millionen Euro auf griechische Staatsanleihen abschreibe. Im zweiten Quartal waren es bereits 155 Millionen Euro. Als Reaktion auf die schwachen Geschäfte im Investmentbanking will die Deutsche Bank bis Ende März kommenden Jahres 500 Stellen vor allem außerhalb Deutschlands streichen.

Kapitalerhöhung findet nicht statt

Ackermann machte deutlich, dass es keine Kapitalmaßnahmen geben werde. "Wir sind sehr gut kapitalisiert", sagte der Schweizer. Damit widersprach er entsprechenden Spekulationen aus der vergangenen Woche.

Statt einer Kapitalerhöhung, die sich aus seiner Sicht zum jetzigen Aktienkurs "eh nicht lohnen" würde, will er die Kapitalbasis der Deutschen Bank durch Rückführung von Gewinnen und die weitere Reduktion von Risiken stärken. Unter anderem seien bereits zwölf Milliarden Euro an Kapital durch die Reduktion von Risiken etwa bei der Postbank zur Stärkung des Eigenkapitals frei gesetzt worden.

Die Deutsche Bank hatte in den ersten sechs Monaten nach ihrer Ziel-Definition im Kerngeschäft 5,5 Milliarden Euro verdient. Das vierte Quartal ist traditionell eher mau, daher hätte sie im dritten Vierteljahr Analysten zufolge schon 2,5 bis drei Milliarden Euro einfahren müssen, um ihr Ziel noch zu erreichen.

Vor einem Jahr waren es 1,3 Milliarden Euro - und damals war lief das Geschäft vor allem im September deutlich besser. Seit Anfang September hatten 13 von 29 Analysten ihre Gewinnerwartungen nach unten geschraubt, und zwar im Schnitt um gut zehn Prozent. Auch über andere im Investmentbanking starke Banken wie Goldman Sachs haben Experten wegen der Krise an den Märkten ihre Daumen gesenkt.     

Quelle: n-tv.de

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