Wirtschaft

Dienstleister mit bestem QuartalDeutsche Konjunktur flutscht

05.04.2011, 11:05 Uhr

Die deutschen Dienstleister verzeichnen im ersten Quartal Werte wie noch nie in der 14-jährigen Umfragegeschichte des dafür zuständigen Markit-Instituts. Und die Aussichten sind weiterhin gut. Auch die Dienstleister in der Eurozone weiten im März ihre Geschäfte unerwartet kräftig aus. Sie verzeichnen das kräftigste Plus seit August 2007.

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Ein Modellbauer entnimmt in der Portec GmbH in Zella-Mehlis (Thüringen) das Modell eines Prototypen aus der Tunneltrocknung. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Trotz zunehmender Konjunkturrisiken wie der Atom-Katastrophe in Japan und steigenden Preisen boomen die deutschen Dienstleister. Der Einkaufsmanagerindex für den mit Abstand größten Wirtschaftssektor kletterte im März um 1,5 auf 60,1 Punkte, teilte das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 500 Unternehmen mit.

"Ein besseres Quartal hat es in der 14-jährigen Umfragegeschichte noch nicht gegeben", schrieben die Forscher. Besonders gut lief es in den Bereichen Transport und Lagerhaltung, Vermietung sowie bei den unternehmensnahen Dienstleistern und den Vermittlern von Finanzdienstleistungen.

Auch die Aussichten sind gut. Die Service-Betriebe zogen den neunten Monat in Folge mehr Aufträge an Land. "Die positiven Konjunkturaussichten ermutigten die Unternehmen zusätzlich, neue Mitarbeiter einzustellen", hieß es. Allerdings gebe es auch einen Wermutstropfen: die stark steigenden Kosten. Sie stiegen so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. "Kostentreibend wirkten sich vor allem die hohen Kraftstoff- und Energiepreise aus", betonte das Institut. Die Dienstleister hoben deshalb ihre Preise erneut kräftig an.

Deutschland und Frankreich vorneweg

Auch die Dienstleister in der Eurozone weiteren im März ihre Geschäfte unerwartet kräftig aus. Der Einkaufsmanagerindex für den größten Wirtschaftssektor im gemeinsamen Währungsraum stieg auf 57,2 Punkte von 56,8 im Vormonat und erreichte den höchsten Stand seit August 2007, wie Markit bei einer zweiten Veröffentlichung berichtete. Beim ersten Ausweis war ein Anstieg auf lediglich 56,9 berichtet worden. Volkswirte hatten eine Bestätigung des ersten Ausweises erwartet.

Deutschland und Frankreich lagen nach Angaben von Markit im März erneut mit Abstand an der Spitze. In Italien hinkte der Service-Sektor trotz einer Belebung hinterher. In Irland verlor das Wachstum deutlich an Fahrt. In Spanien rutschte der Indikator unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Quelle: rts/DJ