Wirtschaft

Autobauer sorgen für SchwungDeutsche Wirtschaft wächst

07.07.2011, 18:02 Uhr

Alles Gute bringt der Mai - auf die deutsche Wirtschaft trifft dieser Spruch in diesem Jahr zu. Ein ordentliches Plus verbuchen die Branchen zusammen. Dabei schält sich die Autobranche als wichtigster Wachstumstreiber heraus.

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Mercedes-Produktion in Sindelfingen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die guten Geschäfte der Autohersteller haben der Wirtschaft im Mai einen Schub verpasst. Industrie, Bau- und Energiebranche erzeugten zusammen 1,2 Prozent mehr als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Im April hatte es noch ein Minus von revidiert 0,8 Prozent gegeben. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher sind Regierung und Experten zuversichtlich, dass es auch in den kommenden Monaten aufwärts geht. Doch die Erholung werde etwas ruhiger verlaufen, erklärte das Ministerium.

Wichtigster Treiber der Produktion seien die Autohersteller gewesen, sagte Unicredit-Experte Andreas Rees. Sie tragen demnach allein 0,9 Prozentpunkte zum Wachstum bei. "Das unterstreicht die außergewöhnliche Rolle des Autosektors in diesem Aufschwung." Besonders aus dem Ausland sei die Nachfrage nach Fahrzeugen "Made in Germany" hoch.

Aber auch aus dem Inland kämen dank der guten Lage am Arbeitsmarkt mehr Bestellungen. Im ersten Halbjahr setzte etwa der Münchner Konzern BMW 17,8 Prozent mehr ab als im Vorjahr, auch die Konkurrenten Audi und Daimler verkauften deutlich mehr als vor einem Jahr. Alle drei Premiumhersteller vermeldeten einen Rekordabsatz und peilen auch für das Gesamtjahr Bestwerte an.

Zugleich steige bei den deutschen Unternehmen die Bereitschaft, zu investieren, sagte DZ-Bank-Experte Christian Reicherter. "Man nimmt jetzt richtig Geld in die Hand und kauft neue Maschinen." Die Produzenten von Autos, Maschinen und anderen Investitionsgütern stellten im Mai 2,5 Prozent mehr her als im Vormonat. In der Konsumgüterbranche stagnierte hingegen die Fertigung. Für die gesamte Industrie bedeutet das einen Produktionsanstieg um 1,2 Prozent.

Inlandsnachfrage legt zu

Zumindest kurzfristig seien die Aussichten zudem günstig, sagte Unicredit-Mann Rees. Denn der Auftragseingang zog zuletzt kräftig an. Dank der lebhaften Nachfrage aus dem Inland legten die Bestellungen im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent zu. Ein Rekord-Auftrag der Deutschen Bahn für Schnellzüge sorgte für einen wahren Order-Schub. Die Auslandsnachfrage drehte hingegen deutlich ins Minus. "Angesichts der etwas moderateren Zuwächse der Auftragseingänge könnte das Expansionstempo in den kommenden Monaten etwas ruhiger verlaufen", schreibt das Wirtschaftsministerium zum Aufwärtstrend in der Industrieproduktion.

Auch der Bau berappelte sich nach dem Rückgang um fünf Prozent im April: Die Firmen stellten 1,1 Prozent mehr her. Die Energieversorger weiteten ihre Produktion dagegen nur schwach um 0,1 Prozent aus.

Quelle: rts