Wirtschaft

Obamas nächstes Problem: Deutschland hängt USA ab

Deutschlands Wirtschaft gilt als Wachstumslokomotive Europas. Der Aufschwung hierzulande stellt sogar den der USA in den Schatten, immerhin die größte Volkswirtschaft der Welt. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern, denn Deutschlands Unternehmen geht es nachhaltig besser. Kanzlerin Merkel wagt eine Prognose.

Sinnbild für die wirtschaftliche Entwicklung: Angela Merkel marschiert vorweg: Deutsches-BIP-Plus stellt das der USA in den Schatten. (Archivbild)
Sinnbild für die wirtschaftliche Entwicklung: Angela Merkel marschiert vorweg: Deutsches-BIP-Plus stellt das der USA in den Schatten. (Archivbild)(Foto: REUTERS)

Die Wirtschaft in den USA ist im ersten Quartal 2011 deutlich langsamer gewachsen als in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg von Januar bis März mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,8 Prozent, wie das Handelsministerium in einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit bestätigte das Ministerium eine erste Schätzung. Im Vorquartal war die US-Wirtschaft noch um 3,1 Prozent gewachsen.

Die Gewinne der Unternehmen sanken sogar erstmals seit mehr als zwei Jahren. Analysten hatten für das erste Quartal im Schnitt mit einem annualisierten Anstieg von 2,1 Prozent gerechnet.

In Deutschland hatte die Wirtschaftsleistung dagegen auf vergleichbarer Basis um hochgerechnet ungefähr sechs Prozent zugelegt und damit weitaus stärker als in den USA.

Merkel frohlockt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält in diesem Jahr sogar ein stärkeres Wirtschaftswachstum für möglich. Bisher kalkuliert die Regierung mit einem Zuwachs um 2,6 Prozent. Dazu meinte Merkel am Donnerstag im Bundestag: "Die Zahlen gehen eigentlich nach oben." Der Aufschwung werde inzwischen zu zwei Dritteln von der Binnennachfrage getragen.

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird sich die starke Entwicklung zu Jahresbeginn im zweiten Quartal aber nicht fortsetzen. Das Wachstum werde von 1,5 Prozent im ersten Quartal wohl auf 0,6 Prozent sinken. "Im ersten Vierteljahr ist die Wirtschaft durch Nachholeffekte am Bau angeschoben worden", begründete DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin.

Kauflaune mitentscheidend

Steigende Inflationsraten könnten die Kauflaune der Verbraucher trüben. "Erstmals beobachten wir spürbare Preissteigerungen auch jenseits der Energie- und Lebensmittelpreise", sagte Ferdinand Fichtner, Leiter Konjunkturpolitik am DIW. "Die hohen Energiepreise greifen also zunehmend auf die Preise anderer Güter über, dadurch sinkt die Kaufkraft weiter."

Die meisten Konjunkturexperten erwarten 2011 ein Super-Wachstum. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hob zuletzt seine Konjunktur-Prognose von 3,0 auf 3,5 Prozent an.

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Quelle: n-tv.de

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