Beschäftigungsmotor springt anDienstleister schaffen Jobs
Von Krise oder Kreditklemme keine Spur, im Gegenteil: Die Dienstleister rechnen mit einem kräftigen Umsatzanstieg in diesem und im nächsten Jahr. Erfreulich: Der Aufschwung dürfte sich auch positiv am Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Die Zahl der Mitarbeiter soll in diesem Jahr um 200.000 wachsen.
Die Dienstleister in Deutschland peilen über 2010 hinaus Wachstum und mehr Beschäftigung an. In diesem Jahr dürften die Umsätze der unternehmensnahen Dienstleister um rund neun Prozent steigen, 2011 noch einmal um etwa sechs Prozent zulegen, teilte der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) zu einer gemeinsamen Umfrage mit der Wirtschaftsauskunftei Creditreform unter 3000 Unternehmen mit.
"Die Firmen sind für die Zukunft gut gerüstet und rechnen mit einem anhaltenden Wirtschaftsaufschwung über das Jahr 2010 hinaus", sagte BGA-Präsident Anton Börner. Mit 612 Mrd. Euro dürften die Firmen schon im kommenden Jahr wieder einen höheren Umsatz erwirtschaften als im Vorkrisenjahr 2008.
Aufschwung erreicht Arbeitsmarkt
Die Zahl der Mitarbeiter dürfte in diesem Jahr um 200.000 auf 5,9 Mio. steigen. Bis 2025 werde die Zahl der Beschäftigten bei den unternehmensnahen Dienstleistern, die 80 Prozent der gesamten Erlöse im Servicesektor stellen, um weitere 1,5 Mio. steigen. Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung werde dann um vier Prozentpunkte auf 18 Prozent steigen und die Industrie überflügeln, die dann nur noch 16 Prozent stellen werde. Zu unternehmensnahen Dienstleistern gehören unter anderem IT-Firmen, Finanzdienstleister, Logistiker oder Marketing und Medien-Betriebe.
Schon jetzt bekämen die Firmen den Fachkräftemangel zu spüren, sagte Börner. Drei von vier Unternehmen hätten neue Mitarbeiter gesucht, ein Viertel von ihnen konnte seinen Bedarf nicht decken. Börner forderte verstärkte Anstrengungen der Bildungspolitik: "Es wird immer von den fehlenden Hochqualifizierten gesprochen, die wirkliche Problemgruppe sind jedoch Jugendliche, denen es an elementaren Voraussetzungen fehlt."