Börsen-Index bekommt AblegerDow Jones kündigt Neuheiten an

Der Indexbetreiber Dow Jones wagt einen doppelten Sprung über Atlantik und Pazifik und schickt seinem prominentesten Börsenbarometer der Welt Verstärkung. Zwei Tochter-Indizes sollen künftig die Entwicklungen an den Handelsplätzen in Europa und Asien abbilden. In die neue Auswahl schaffen es auch fünf Namen aus Deutschland.
Der Dow Jones Industrial
Average - bekannt unter seinem Namen Dow-Jones-Index oder kurz: DJIA, bekommt regionale Ableger für Europa und Asien.
Der Indexbetreiber, das US-Unternehmen Dow Jones Indexes, stellt dem US-Kursbarometer einen "Europe Dow" und einen "Asia Dow" zur
Seite. Die neuen Indizes sollen dabei auf den gleichen Regeln wie der DJIA basieren
und die Kursentwicklung der Titel von 30 führenden Unternehmen aus jeder Region
abbilden. Das Original feiert in diesem Jahr sein 115-jähriges Jubiläum.
In die neuen Indizes würden ausschließlich börsengehandelte Aktien aus den Märkten
Westeuropas und des Asien-Pazifik-Raumes aufgenommen, die ausländischen Anlegern
zugänglich seien, heißt es in einer Mitteilung. Quantitative Erwägungen
spielten dabei keine Rolle. Stattdessen könne ein Unternehmen beispielsweise aufgrund
seines regionalen oder weltweiten Renommees, seines erwiesenen nachhaltigen Wachstums
oder seiner anhaltenden Attraktivität für eine große Anzahl von Kapitalanlegern
in Frage kommen. Auch die Wahrung eines angemessenen Gleichgewichts zwischen den
verschiedenen in den Indizes vertretenen Branchen sei ein Auswahlkriterium.
Dow JonesIm Gegensatz zum preisgewichteten DJIA seien die Aktien im "Europe Dow"
und im "Asia Dow" gleich gewichtet. Eine entsprechende Neugewichtung der
Titel solle einmal jährlich im September erfolgen. Der "Europe Dow" werde
in Dollar und in Euro berechnet, der "Asia Dow" ausschließlich in Dollar. Neun der 30 im "Europe Dow" vertretenen Unternehmen haben ihren Sitz in
Großbritannien, das damit das zahlenmäßig stärkste Land im Index ist, wie es weiter
heißt. Es folgen Frankreich und Deutschland mit jeweils fünf, die Schweiz mit vier
sowie Spanien und Schweden mit jeweils zwei Unternehmen. Dänemark, Italien und die
Niederlande stellen jeweils ein Unternehmen im "Europe Dow", wie es in
der Mitteilung weiter heißt.
Aus Deutschland sind im "Europe Dow" den Angaben von Dow Jones Indexes zufolge Allianz, BASF,
Daimler, Eon und Siemens vertreten. Prominente Namen wie Deutsche Bank, Metro, SAP oder Volkswagen wurden dagegen nicht berücksichtigt. Die Deutsche Börse bleibt ohnehin außen vor. Als Indexanbieterin stellt sie mit dem deutschen Leitindex Dax ein wichtiges Konkurrenzprodukt im europäischen Markt.
Von den im "Asia Dow" vertretenen Unternehmen haben sieben ihren Sitz
in Japan. Die Gruppe der übrigen Länder bilden Australien, China und Hongkong mit
jeweils vier, Südkorea und Taiwan mit jeweils drei, Indien mit zwei sowie Indonesien,
Malaysia und Singapur mit jeweils einem Unternehmen.
Die 30 Titel des "Europe Dow":
ABB, Anglo American, Allianz, Banco Santander,
BASF, BNP Paribas, BP, Daimler, Diageo, Eon, Ericsson, GlaxoSmithKline, Hennes & Mauritz, HSBC, Nestlé, Novartis, Novo Nordisk, Rio Tinto, Royal Dutch Shell, Schneider Electric, Siemens, Telefonica, Tesco, Total, UBS, UniCredit, Unilever, Vinci, Vivendi, Vodafone.
Die 30 Titel des "Asia Dow":
Astra International, BHP Billiton, Cheung Kong (Holdings),
China Mobile, China Life Insurance, CIMB Group
Holdings, CLP Holdings, Commonwealth Bank, Industrial & Commercial Bank of China, Hon Hai Precision Industry, HSBC Holdings, Hutchison Whampoa, Hyundai Motor, Jardine Matheson Holdings, Larsen &
Toubro, Mitsubishi, Mitsubishi UFJ Financial Group, Nan Ya Plastics, Nippon
Steel, PetroChina,
Posco, Reliance Industries, Seven & I Holdings, Sony, Takeda Pharmaceutical, Taiwan Semi Manufacturing, Toyota Motor, Samsung Electronics,
Westpac Banking, Woolworths.
Der Indexbetreiber Dow Jones Indexes ist Teil eines Gemeinschaftsunternehmens, das mehrheitlich in Händen der CME Group liegt. Die ursprüngliche Dow Jones & Company, mittlerweile ein Unternehmen
aus Rupert Murdochs Medienkonzern News Corporation, ist mit einem 10-prozentigen Anteil an dem Indexanbieter beteiligt.