Wirtschaft

Große Sorge um KabeljauEU geht gegen Überfischung vor

11.11.2010, 17:13 Uhr

In der Nordsee und anderen europäischen Gewässern sind die Fischbestände durch Überfischung stark dezimiert. Die EU-Kommission will deshalb die Fangquoten reduzieren. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Schutz des Kabeljaus gelegt.

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Der Kabeljau ist stark bedroht. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die EU-Kommission will die Fischbestände in der Nordsee und anderen europäischen Gewässern besser schützen. 72 Prozent der europäischen Bestände seien überfischt, erklärte die zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki in Brüssel. Sie schlug deshalb auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen für das kommende Jahr eine Kürzungen der Fangquoten für 64 Bestände vor.

Besondere Sorge bereitet der EU-Kommissarin der Kabeljau. Die Bestände im Kattegat, in der Irischen See und westlich von Schottland haben sich nach Kommissionsangaben trotz sechsjähriger Bewirtschaftungspläne nicht erholt. Die Fangquoten für diese Gebiete sollen deshalb um 50 Prozent gekürzt werden.

Beim Nordsee-Kabeljau sehe die Lage nicht besser aus, erklärte Damanaki. Die EU müsse deshalb gemeinsam mit Norwegen beraten, wie eine Verbesserung erreicht werden könne.

Bei einigen wichtige Speisefisch-Arten wie Seehecht und Seezunge seien dagegen "klare Verbesserungen zu erkennen", erklärte Damanaki. Die EU-Fischereiminister sollen am 13. und 14. Dezember über die Fangquoten für 2011 entscheiden.

Quelle: AFP