Dienstag, 26. Januar 2010
Finanzkatastrophe durchrechnen: EU plant Banken-Test
Die Zeit der schweren Turbulenzen an den Finanzmärkten scheint vorüber, doch die regulatorischen Aufräumarbeiten sind auch in Europa noch längst nicht abgeschlossen. Um Gewissheit zu haben, wo bei den Banken noch Schwachstellen schlummern, kündigt die Europäische Union einen neuen "Stress-Test" an.
Wer die Kolosse notfalls auffangen soll, darf auch wissen, wie es ihnen tatsächlich geht.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die Europäische Union (EU) will die Großbanken der Staatengemeinschaft in diesem Jahr einem neuen Belastungstest unterziehen. Das teilt der Vorsitzende des Bankenaufsichtsausschusses CEBS, Giovanni Carosio, vor dem Europaparlament mit.
Ein erster Stresstest im vergangenen Jahr hatte ergeben, dass die 22 überprüften Großbanken einem erneuten wirtschaftlichen Einbruch standhalten könnten. Laut Carosio will der Ausschuss zudem die Auswirkungen der geplanten neuen Eigenkapitalregeln für Banken in der EU untersuchen. Auch alternative Vorschläge zu den Vorstößen des Basler Ausschusses sollten unter die Lupe genommen werden.
Der Basler Ausschuss der wichtigsten Bankenaufseher will bis Ende 2012 neue Regeln einführen, die das Finanzsystem weniger krisenanfällig machen sollen. Als Lehre aus der Finanzkrise arbeitet die EU parallel an einer umfassenden Reform der Marktaufsicht, um Risiken künftig besser unter Kontrolle zu halten.
Im Europaparlament forderte die britische Abgeordnete Arlene McCarthy, spätere Änderungen an dem Reformgesetz zu ermöglichen. Sonst drohten die EU-Eigenkapitalregeln nach ihrer Einführung hinter weltweiten Standards zurückzufallen.
rts
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