Wirtschaft

Mehr Schutz für AnlegerEU plant strenge Vorschriften

22.02.2010, 06:59 Uhr

Bei grenzüberschreitenden Investments gibt es erhebliche Defizite, moniert die EU-Kommission. Die stellvertretende Stimmrechtsausübung von Banken ist nur ein Beispiel. Künftig soll sich das ändern.

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Hauptversammlung: Aktionärsrechte oft nicht ausreichend genug wahrgenommen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die EU-Kommission will einem Zeitungsbericht zufolge den europäischen Anlegerschutz verbessern. Wer ein Wertpapier-Depot im EU-Ausland besitze, solle mehr Rechte bekommen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Diskussionspapier der Kommission zum "Besitz und Verkauf von Wertpapieren". So wolle die Brüsseler Behörde sicherstellen, dass die Anleger ihre im EU-Ausland gehaltenen Aktien oder andere Papiere in Falle einer Banken-Pleite zurückbekommen.

Demnach wolle die Brüsseler Behörde die Banken zwingen, alle für Kunden und für sich selbst erworbenen Wertpapiere auch tatsächlich "eins zu eins" vorzuhalten. Sollte dies nicht der Fall sein, dann müssten Banken und Broker im Notfall ihren Kunden die auf eigene Rechnung erworbenen Wertpapiere überlassen.

Aktionärsrechte stärken

Darüber hinaus wolle die Kommission sicherstellen, dass Anleger voll in den Genuss aller Rechte kommen, die mit einer im europäischen Ausland gehaltenen Aktie verbunden seien. Dabei denke die Brüsseler Behörde insbesondere an die Auszahlung von Dividenden und an die Ausübung von Stimmrechten, berichtet die Zeitung weiter.

Hier gebe es bei grenzüberschreitenden Investments erhebliche Defizite, moniere die Kommission in ihrem Papier. So komme es immer wieder vor, dass Banken stellvertretend für ausländische Kunden Stimmrechte ausübten. Diese Praxis wolle die EU-Kommission beenden.

Quelle: rts/DJ