Donnerstag, 22. Juli 2010
Antidepressiva als Blockbuster: Eli Lilly verdient ordentlich
Beim US-Pharmakonzern Eli Lilly wächst die Zuversicht. Nachdem das Unternehmen zu Jahresbeginn wegen der US-Gesundheitsreform noch einen Gewinnrückgang hinnehmen musste, liefen die Geschäfte von April bis Juni blendend.Der US-Pharmakonzern freut sich über ein gelungenes zweites Quartal. Der Überschuss stieg um rund 16 Prozent auf 1,35 Mrd. Dollar, der Umsatz um neun Prozent auf 5,75 Mrd. Dollar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Dabei profitierte Eli Lilly vor allem von steigenden Umsätzen mit dem Schizophrenie-Medikament Zyprexa und dem Antidepressivum Cymbalta, für die das Unternehmen höhere Preise durchsetzte. Eli-Lilly-Aktien gewannen vorbörslich 1,3 Prozent.
Auch im Gesamtjahr rechnet Eli Lilly nun mit einem größeren Überschuss und hob seine Gewinnprognose vor Sondereffekten um zehn Cent auf 4,50 bis 4,65 Dollar pro Aktie an. Damit gibt sich der Konzern optimistischer als die Konkurrenz. Der US-Rivale Johnson & Johnson strich am Dienstag wegen des Rückrufs von Medikamenten seine Prognose zusammen, der britische Pharmariese GlaxoSmithKline (GSK) erlitt im abgelaufenen Quartal wegen Milliardenkosten zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten einen Gewinneinbruch.
Ungemach voraus
Wie GSK und Branchenführer Pfizer steht jedoch auch Eli Lilly vor schwierigen Zeiten. Das Mittel Zyprexa, mit Umsätzen von 1,26 Mrd. Dollar auch im zweiten Quartal das mit Abstand wichtigste Medikament des Konzerns, muss sich nach dem Ablauf des Patents ab 2011 auf Konkurrenz durch billigere Nachahmermedikamente einstellen. In der Regel brechen die Umsätze mit den Originalpräparaten in der Folge ein. Analystin Barbara Ryan von der Deutschen Bank bezeichnete die positive Bilanz deshalb als "willkommene Abwechslung". Ab nächstem Jahr werden demnach für viele Pharmakonzerne härtere Zeiten anbrechen.
rts
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