Wirtschaft

Gastarbeiter leben auf zu großem FußEmiraten droht Schuldenkrise

15.08.2010, 16:53 Uhr

Die laxe private Kreditvergabe in den Vereinigten Arabischen Emiraten könnte der Region und seinen zahlreichen ausländischen Bewohnern auf die Füße fallen. Weil viele sich mit teuren Anschaffungen überschuldet haben, droht zahlreichen Gastarbeitern das Gefängnis oder die Abschiebung.

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So nah und doch so fern: Arbeiter in Dubai blicken auf das Nobelhotel Atlantis auf Palm Jumeira Island. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind mit einer enormen privaten Schuldenkrise konfrontiert. 85 Prozent der rund fünf Millionen Ausländer im Land seien hoch verschuldet und riskierten damit im Extremfall Gefängnisstrafen und Abschiebung, berichtete die in Dubai erscheinende Tageszeitung "Gulf News". Nur ein Sechstel der Bevölkerung der Emirate sind emiratische Bürger, beim Rest handelt es sich um Gastarbeiter vor allem aus Asien.

Die Verschuldung dieser Menschen sei hauptsächlich durch teure Konsumanschaffungen und eine laxe Kreditvergabe-Praxis der örtlichen Banken ausgelöst worden, hieß es in dem Bericht. Auch spiele eine Rolle, dass wegen der Wirtschaftskrise die erwarteten Lohnerhöhungen ausblieben. Am häufigsten würden sich Inder und Philippiner verschulden. Nicht selten häufe jemand mit einem Gehalt von 15000 Dirham (3160 Euro) Schulden in Höhe von 250 000 Dirham an.

"Selbst Leute mit einem Niedriglohn von 6000 Dirham laufen mit acht Kreditkarten herum, inklusive Platin, und schöpfen sie voll aus", zitierte das Blatt einen westlichen Finanzberater in Dubai. Die Banken pürften ihre Kreditkunden nicht gründlich und begnügten sich oft nur mit Lohnbestätigungen über drei Monate als Nachweis der Kreditwürdigkeit.

Manche Schuldner griffen in ihrer Not zu kriminellen Methoden: So säßen derzeit 120 Ausländerinnen wegen Scheckbetrugs im Gefängnis.

Quelle: dpa