Atomwende schlägt ins Kontor Eon brechen Gewinne weg
Eon macht derzeit eine schwere Phase durch. Die Abschaltung von zwei Atomkraftwerken, die Brennelementesteuer und das weiter schwächelnde Gasgeschäft drücken auf die Margen. Geplant sind massive Stellenstreichungen. Konzernchef Teyssen stellt Details im Dezember vor.
Der Energiekonzern Eon kämpft nach dem Atomausstieg mit stark sinkenden Gewinnen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei in den ersten neun Monaten um 39 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro gefallen, teilte der größte deutsche Versorger mit. Dabei seien die Erlöse sogar um etwa ein Fünftel auf rund 78 Milliarden Euro gestiegen.
Doch die Abschaltung der Atomkraftwerke Isar 1 und Unterweser, die Brennelementesteuer und das weiter schwächelnde Gasgeschäft drückten auf die Margen. Vorstandschef Johannes Teyssen hat bereits massive Stellenstreichungen angekündigt. Konkrete Pläne will er im Dezember vorstellen.
Im Zeitraum von Januar bis Ende September fiel der bereinigte Konzernüberschuss um 34 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Analysten hatten im Durchschnitt ein bereinigtes Ebitda von 6,504 Milliarden Euro sowie einen bereinigten Überschuss von 1,48 Milliarden Euro prognostiziert.
Gesenkte Prognose bestätigt
"Die Geschäftentwicklung Ihres Unternehmens liegt nach neun Monaten im Rahmen unserer Erwartungen", schrieb Teyssen im Quartalsbericht an die Aktionäre. Die vorzeitige Abschaltung der beiden Atomkraftwerke und die Brennelementesteuer belasteten das Ergebnis mit rund 2,3 Milliarden Euro. Das Gashandelsgeschäft habe um 800 Millionen Euro schlechter als im Vorjahr abgeschnitten. Die Sparte leidet darunter, dass Eon Lieferanten wie Gazprom nach den langfristig abgeschlossenen Verträgen noch hohe Preise zahlen muss, während die eignen Kunden nur die inzwischen gefallenen Spotmarktpreise berappen wollen.
Teyssen bekräftigte die im August gesenkte Prognose. Der Versorger peilt 2011 ein bereinigtes Ebitda zwischen 9,1 und 9,8 Milliarden Euro und einen bereinigten Überschuss von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro an. Der Manager will bis spätestens 2015 die beeinflussbaren Kosten auf 9,5 Milliarden Euro von derzeit 11 Milliarden Euro reduzieren. Hierzu will Teyssen auch bis zu 11.000 der weltweit 79.000 Stellen streichen. Die Konzernleitung solle gestrafft, das Deutschlandgeschäft neu ausgerichtet und die Gas- und Handelseinheiten in eine Gesellschaft zusammengeführt werden. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat im Dezember ausführlich über die Pläne informieren, kündigte er an.