Wirtschaft
Eon musste in Südeuropa Abschreibungen vornehmen.
Eon musste in Südeuropa Abschreibungen vornehmen.(Foto: picture alliance / dpa)

Teures Südeuropa-Abenteuer: Eon treibt Ausstieg voran

Der Energiekonzern Eon treibt seinen Umbau voran. Der Versorger verkauft seine Kohle- und Gaswerke in Italien an den tschechischen Versorger EHP. Die Wettbewerbshüter müssen den Deal noch abnicken.

Der Energieriese Eon schlägt ein weiteres Kapitel seines teuren Ausflugs nach Südeuropa zu. Die Kohle- und Gaskraftwerke des Düsseldorfer Dax-Unternehmens in Italien werden an den tschechischen Versorger EPH veräußert. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte ein Eon-Sprecher.

Auch das verbliebene Ökostrom-Geschäft in Italien steht Konzernchef Johannes Teyssen zufolge zur Disposition. Den Rückzug aus Spanien und Portugal hatte Eon bereits im Dezember besiegelt. Eon-Aktien notierten am Mittag klar im Plus.

Eon hatte unter Teyssens Vorgänger Wulf Bernotat Wachstum in Südeuropa gesucht, nachdem der Konzern 2007 das Bieterrennen um den spanischen Versorger Endesa verloren hatte. Die Düsseldorfer gaben daraufhin rund 11,5 Milliarden Euro für Zukäufe in der Region aus. Doch in Südeuropa schrumpfte wegen der Wirtschaftskrise die Stromnachfrage, Abschreibungen waren die Folge.

Wettbewerbshüter müssen zustimmen

Der Versorger hatte das Italien-Geschäft vor über einem Jahr zum Verkauf gestellt. Eon beschäftigt in Italien rund 1000 Mitarbeiter und beliefert etwa 860.000 Strom- und Gaskunden. Der Konzern betreibt dort Kohle- und Gaskraftwerke sowie Windkraft- und Solaranlagen.

Die EU-Wettbewerbshüter müssen der Transaktion an EHP, die im zweiten Quartal 2015 abgeschlossen werden soll, noch zustimmen. Das Interesse der Tschechen an Eon-Geschäften in Italien war bereits im Dezember bekanntgeworden - sie wollen in europäische Strommärkte mit relativ hohen Strompreisen expandieren.

Der hoch verschuldete Eon-Konzern steht dagegen unter dem Druck der Energiewende vor einem radikalen Umbau: Der Energieriese hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, die schwächelnden Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke 2016 in eine neue Gesellschaft abzuspalten. Der übrige Konzern soll sich vor allem auf erneuerbare Energien konzentrieren.

Quelle: n-tv.de

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