Wirtschaft

Kleine Delle im Herbst: Erholung läuft rund

Die Konjunkturexperten Deutschlands sind sich einig: Der Aufschwung in Deutschland wird anhalten. Nach Einschätzung des DIW sind wegen der auslaufenden Sondereffekte im dritten Quartal lediglich Wachstumsdellen zu erwarten. Insgesamt hält der Optimismus aber an. Steuersenkungen sind weiterhin kein Thema für die Experten. An erster Stelle stehe die Haushaltkonsolidierung.

Die Turbinen laufen weiter rund, sie schaufeln einfach nicht mehr so schnell.
Die Turbinen laufen weiter rund, sie schaufeln einfach nicht mehr so schnell.(Foto: picture alliance / dpa)

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland setzt sich auch nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin im Herbst fort, allerdings mit etwas gebremster Dynamik. Damit stimmen die Aussichten im wesentlichen mit denen des Ifo-Insituts überein. Eine Umfrage unter 7000 Unternehmen hatte ergeben, dass die Aussichten für die kommenden sechs Monate nur minimal schlechter eingeschätzt werden.

Das DIW-Konjunkturbarometer signalisiert für das dritte Quartal 2010 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent, wie das Institut in Berlin mitteilte. Damit liege die Zuwachsrate des saison- und preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) deutlich über dem längerfristigen Durchschnitt.

"Die Konjunktur bleibt eindeutig aufwärts gerichtet", sagte DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner. Im Vergleich zum Sommer verliere die Erholung aber etwas an Fahrt. "Die Sondereffekte, die die Konjunktur zuletzt auf Rekordstände getrieben haben, lassen im Herbst allmählich nach", hieß es zur Begründung. Im zweiten Quartal 2010 war das deutsche BIP um 2,2 Prozent zum Vorquartal gestiegen.

Schuldenabbau im Blick behalten

Durch die konjunkturelle Abschwächung in vielen Ländern - insbesondere in den USA, aber auch in China - werde die Exporttätigkeit etwas weniger dynamisch verlaufen. Auch die winterbedingten Nachholeffekte in der Bauwirtschaft seien inzwischen weitgehend abgearbeitet. Dagegen dürfte der Konsum der privaten Haushalte wie schon zuletzt das Wachstum stützen. "Dazu trägt insbesondere die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt bei, die die Arbeitsplatzsicherheit erhöht", betonte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin.

Die Bundesregierung sollte "das hohe Wachstum jetzt zu einer forcierten Konsolidierung der Staatshaushalte nutzen", sagte Fichtner weiter. Steuersenkungen würden nur Strohfeuereffekte auslösen, das strukturelle Defizit weiter erhöhen und die spätere Konsolidierung erschweren. Stattdessen komme es darauf an, Unternehmen und Haushalte von der Nachhaltigkeit des finanzpolitischen Kurses zu überzeugen. "Dadurch werden neue Wachstumsimpulse gesetzt", so Fichtner.

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Quelle: n-tv.de

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