Gezerre um KarstadtErste Zustimmung für Mietverträge
Im Ringen um die Zukunft von Karstadt ist eine weitere wichtige Hürde aus dem Weg geräumt. Ein Teil der Finanzierer des Warenhausvermieterkonsortiums Highstreet stimmt niedrigeren Mieten für die insolvente Kaufhauskette zu.
Im Ringen um Mieterleichterungen für die Karstadt-Warenhäuser hat die Vermieter-Seite erstmals Zustimmung signalisiert. Ein Sprecher des internationalen Vermieterkonsortiums Highstreet erklärte, dass eine Kreditgebergruppe bei einem Treffen in London den strittigen Vertragsentwurf gebilligt habe. Nach der Übernahme der insolventen Karstadt-Warenhauskette hatte der amerikanisch-schweizerische Investor Nicolas Berggruen ein deutliches Entgegenkommen von Highstreet verlangt. Das Vermieterkonsortium um die Banken Goldman Sachs und Deutsche Bank braucht allerdings die Zustimmung ihrer Kreditgeber zu den neuen Konditionen.
Der Karstadt-Insolvenzverwalter, Klaus Hubert Görg, begrüßte die Zustimmung. "Dies ist eine Entscheidung im Interesse von 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", sagte Görg in Essen. Nach der Ankündigung vom Wochenende, dass der Weg zu einer Einigung frei sei, sei die Verständigung über reduzierte Mieten ein wichtiger letzter Schritt.
Die Highstreet-Seite braucht vor allem noch die Zustimmung der Essener Valovis Bank, die dem Konsortium 850 Mio. Euro zum Kauf von Karstadthäusern geliehen hatte. Die Bank verlangt Sicherheiten für ihren Kredit, um den neuen Bedingungen zuzustimmen. Die niedrigeren Mietkonditionen bedeuten für die Kreditgeber meist auch Verluste. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen gibt es auch eine Lösungsmöglichkeit für die Bank. Eine Einigung zwischen Berggruen und Valovis sei in greifbare Nähe gerückt, hieß es in dieser Woche.
Erst wenn alle Beteiligten die neuen Konditionen akzeptieren, können Insolvenzverwalter und Insolvenzgericht grünes Licht geben. Letztlich soll das Insolvenzgericht am 10. August entscheiden. Klappt alles, wird der Kaufvertrag gültig. Es ist aber noch nicht sicher, ob Highstreet innerhalb der Fristen alle Unterschriften zusammenbekommt. Eine erneute Fristverlängerung ist nicht unmöglich.