Wirtschaft

Ostsee-Pipeline nimmt Gestalt an: Erster Strang am Meeresgrund

Wichtige Zäsur beim Bau der Ostsee-Erdgaspipeline von Russland nach Deutschland: Der gesamte erste Strang ist fertig. Nun muss er bis August entwässert werden. Der zweite Strang soll Ende 2012 in Betrieb gehen.

Blick auf die Anlandestelle der Ostsee-Erdgaspipeline in Lubmin (Archivbild von 2010).
Blick auf die Anlandestelle der Ostsee-Erdgaspipeline in Lubmin (Archivbild von 2010).(Foto: picture alliance / dpa)

Der erste Strang der 1224 Kilometer langen Ostsee-Erdgaspipeline liegt komplett auf dem Meeresgrund. Die Schweißarbeiten wurden abgeschlossen, wie das Firmenkonsortium Nord Stream im schweizerischen Zug mitteilte. Bis August soll nun die Leitung entwässert und getrocknet werden. Zudem muss der erste Leitungsstrang an die Anlandungsbereiche im russischen Wyborg und in Lubmin in Deutschland angebunden werden.

Der erste Strang der 7,4 Milliarden Euro teuren Ostsee-Pipeline soll nach Nord-Stream-Angaben im vierten Quartal dieses Jahres in Betrieb gehen. Die Arbeiten dafür hatten im April 2010 in Wyborg begonnen. Wie Nord Stream weiter mitteilte, schreiten auch die Arbeiten für den zweiten, parallel verlaufenden Strang voran, der Ende 2012 in Betrieb gehen soll. Inzwischen haben die Verlegeschiffe rund 230 Kilometer Rohre des zweiten Stranges auf dem Meeresboden verlegt.

Die Ostsee-Pipeline ist auf eine Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas ausgelegt. Damit könnten Nord Stream-Angaben zufolge 26 Millionen Haushalte versorgt werden. Der Brennstoff soll in den sibirischen Erdgasfeldern Juschno-Russkoje gefördert werden. Der russische Energieriese Gazprom hat bereits Gaslieferverträge mit Dong Energy (Dänemark), Eon Ruhrgas und Wingas (Deutschland) sowie GDF Suez (Frankreich) und Gazprom Marketing & Trading (Großbritannien) abgeschlossen.

Gazprom hält 51 Prozent der Anteile am Nord-Stream-Konsortium. Die deutschen Unternehmen BASF Wintershall und E.ON Ruhrgas sind mit je 15,5 Prozent, die niederländische Gasunie und das französische Unternehmen GDF Suez mit jeweils neun Prozent an Nord Stream beteiligt. Das Erdgas fließt von Lubmin in der Wingas-Festlandleitung Opal bis zur tschechischen Grenze weiter. Eine zweite Festlandleitung in Richtung Westen wird derzeit gebaut.

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Quelle: n-tv.de

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