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Viele neue Kollegen? Etihad will Air Berlin angeblich mit Alitalia verschmelzen.
Viele neue Kollegen? Etihad will Air Berlin angeblich mit Alitalia verschmelzen.(Foto: REUTERS)

Gerüchteküche brodelt: Etihad prüft Fusionspläne für Air Berlin

Seit der kurzfristigen Verschiebung der Bilanzvorlage bei Air Berlin schießen die Spekulationen ins Kraut. Offenbar soll das Unternehmen von der Börse verschwinden. Zudem sind Zusammenschlüsse mit anderen Sorgen-Airlines denkbar.

Mit einem grundlegenden Konzernumbau will Air-Berlin-Großaktionär Etihad die verlustträchtige Airline zurück in die Erfolgsspur bringen. Dazu plant die die finanzstarke Airline aus Abu Dhabi nach Aussagen von Unternehmens- und Brancheninsidern den Anteil an Air Berlin aufzustocken und das Unternehmen mit der ebenfalls schwer angeschlagenen Alitalia zusammenzulegen.

Die Verhandlungen über eine Fusion der deutschen mit der italienischen Fluglinie seien in einem frühen Stadium, sagten drei Insider. Der Deal könne aber noch scheitern. Unsicherheitsfaktoren seien vor allem die italienische Regierung und die Gewerkschaften. Zudem müsse Air Berlin die Flugallianz One World verlassen und sich Aliatalias Skyteam anschließen. Der Schritt sei langwierig und mit Strafzahlungen verbunden, sagten die Personen.

Einem Banker zufolge ist die Einkaufstour von Etihad in Europa nur sinnvoll, wenn die einzelnen Airlines früher oder später zusammengeführt werden, um einen neuen Rivalen zur Lufthansa oder zu British Airways-Iberia aufzubauen. Etihad bereitet derzeit einen Einstieg bei den Italienern vor und beabsichtigt einem anderen Insider zufolge zudem, seinen Anteil an Air Berlin - der zweitgrößten deutschen Airline - auf 49,9 Prozent von derzeit knapp 30 Prozent aufzustocken.

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Von Etihad und Alitalia war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Air Berlin wollte sich nicht äußern.

Bericht: Air Berlin wolle sich von Kleinaktionären trennen

Alitalia und Air Berlin sind seit Jahren wirtschaftlich in einer Schieflage. In den vergangenen Tagen war über den weiteren Kurs von Air Berlin spekuliert worden, nachdem die Airline ihre geplante Bilanzpressekonferenz kurzfristig um eine Woche verschoben hatte. Das Unternehmen führe "fortgeschrittene Gespräche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden", hatte es geheißen.

Derweil berichtet die "Wirtschaftswoche", dass Etihad Air Berlin von der Börse nehmen wolle. Danach soll die Airline von der derzeitigen britischen Rechtsform "plc" in eine GmbH umgewandelt werden, hieß es unter Berufung auf Air-Berlin-Kreise. Die Kleinaktionäre, die 38,5 Prozent halten, sollten abgefunden und deren Anteile an frühere Spitzenmanager der Fluggesellschaft und weitere Topmanager gehen. Ausscheiden solle die türkische Unternehmerfamilie Sabanci.

Im nächsten Schritt Air France?

Geschäftlich geht es Air Berlin nicht gut. Analysten rechnen für das vergangene Jahr mit einem deutlichen Minus. Erwartet wird ein operatives Minus (Ebit) zwischen 114 und 132 Millionen Euro nach 70 Millionen Euro Plus im Jahr zuvor. Der Konzern hatte damals von hohen Extraeinnahmen aus dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms an Etihad profitiert. Die arabische Fluglinie hatte Air Berlin zuletzt finanziell kräftig unterstützt.

Die Europa-Strategie von Etihad endet nach Aussage von Gerald Wissel, Chef der Unternehmensberatung Airborne, nicht in Italien oder Deutschland. "Als Zukunftsvision wäre es sogar vorstellbar, dass die Konstellation um Air France  erweitert wird." Die Franzosen sind bereits Partner von Etihad und führen die Flugallianz Skyteam an.

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Quelle: n-tv.de

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