Freitag, 25. September 2009
Schadenersatzforderungen willkürlich: Ex-Siemens-Chef wehrt sich
Will die Schadenersatzforderungen deutlich herunterschrauben: Heinrich von Pierer.
Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer wehrt sich laut "Spiegel" weiter gegen millionenschwere Schadenersatzforderungen in der Korruptionsaffäre des Konzerns. Er halte die von Siemens geforderte Summe von sechs Mio. Euro für völlig willkürlich, berichtete der "Spiegel" vorab und berief sich dabei auf Vertraute Pierers. Das Unternehmen hatte seinem ehemaligen Vorstandschef und anderen Ex-Vorständen mit einer Klage gedroht, sollten diese sich nicht bis Mitte November zur Zahlung von Schadenersatz bereit erklären.
Der "angebliche Milliardenschaden" sei nicht korrekt errechnet worden, zitiert der "Spiegel" die Pierer-Vertrauten. Der Ex-Konzernchef und einige seiner ehemaligen Vorstandskollegen seien nicht damit einverstanden, dass die Forderungen an "angebliche Mitläufer" aus dem Vorstand in Höhe von 500.000 Euro und die von Pierer geforderte Summe derartig weit auseinander lägen. Der Vorstand sei als Gesamtgremium verantwortlich gewesen.
Zudem fühlen sich laut "Spiegel" einige ehemalige Siemens-Top-Manager ungerecht behandelt, weil sie in ihrer Amtszeit selbst "massiv auf schärfere Schmiergeldkontrollen und –sanktionen" gedrängt haben wollen. Einige seien bereit, sich nach dem angedrohten Ultimatum von Siemens verklagen zu lassen und bereiteten sich daher auf einen möglichen Prozess vor.
Siemens stellt Ultimatum
Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" will das Unternehmen Pierer auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen, falls der Ex-Vorstandschef in den kommenden Wochen nicht die Summe von sechs Mio. Euro zahlt. Pierer müsse dann mit seinem gesamten Vermögen haften. Der Siemens-Aufsichtsrat hatte am Mittwoch die erzielten Einigungen mit drei Ex-Vorstandsmitgliedern gebilligt, die sich zur Zahlung von jeweils 500.000 Euro bereit erklärt hatten.
Siemens beziffert den Gesamtschaden aus der Korruptionsaffäre einschließlich der Steuernachzahlung auf rund 2,5 Mrd. Euro. Von von Pierer verlangt das Unternehmen für Fehltritte in der Vergangenheit sechs Mio. Euro, von seinem Nachfolger Klaus Kleinfeld zwei Mio. Euro.
AFP
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