Wirtschaft

Beinahe-Pleite der Sachsen LB: Ex-Vorstände vor Gericht

Die Sachsen LB hat vor vier Jahren vor der Pleite gestanden, bevor sie von der LBBW übernommen wurde. Nun sind drei ehemalige Vorstände angeklagt. Ihnen werde Untreue und "unrichtige Darstellung" zur Last gelegt.

Sachsen LB? Das war einmal.
Sachsen LB? Das war einmal.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Gut vier Jahre nach der Beinahe-Pleite der ehemaligen Sachsen LB hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage gegen drei ehemalige Vorstände der Bank erhoben. Ihnen werde Untreue und "unrichtige Darstellung" zur Last gelegt, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit. Die drei früheren Vorstände sollen demnach unter anderem als Mitwirkende an der Aufstellung der Jahresabschlüsse 2003 und 2004 dazu beigetragen haben, dass die Abschlüsse geschönt wurden, so dass letztlich Gewinne ausgewiesen wurden.

Auf Grundlage dieser geschönten Ergebnisse gab es laut Staatsanwaltschaft Ausschüttungen an die Anteilseigner und erfolgsabhängige Vergütungen an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter. Bereits im Juni hatten die Strafverfolger Anklage gegen drei frühere leitende Mitarbeiter der Sachsen LB erhoben. Sie sollen die Jahresabschlüsse für die Geschäftsjahre 2003 bis 2006 mit Billigung der jeweiligen Vorstände geschönt haben.

Unter das LBBW-Dach geschlüpft

Die Sachsen LB hatte sich mit Milliardenbeträgen auf dem US-Hypothekenmarkt verspekuliert und stand 2007 kurz vor der Pleite. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übernahm schließlich die einzige ostdeutsche Landesbank, die mittlerweile in Sachsen Bank umbenannt wurde. Um den Verkauf zu ermöglichen, bürgte der Freistaat Sachsen damals mit 2,75 Milliarden Euro.

Die Pleite der Bank konnte nur durch eine Liquiditätshilfe des Sparkassen-Sicherungsfonds in Höhe von rund 17 Milliarden Euro abgewendet werden. 2005 war der damalige sächsische CDU-Ministerpräsident Georg Milbradt im Zusammenhang mit der finanziellen Schieflage der Sachsen LB von seinem Amt zurückgetreten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen