Wirtschaft
Winterhalbjahr 2010/11: Still und starr ruht ... der Bau.
Winterhalbjahr 2010/11: Still und starr ruht ... der Bau.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 24. Februar 2011

Wie der Frost den Aufschwung frisst: Experten berechnen Boombremse

Jetzt ist es amtlich: Gefrorene Böden und eiskalte Finger bremsen den fulminanten Aufschwung der deutschen Wirtschaft deutlich ab. Doch Experten sind überzeugt: Sobald der Winter weicht, lässt sich diese Delle rasch ausbügeln - wenn sich der Frühling nicht wie im vergangenen Jahr verspätet.

Wenn es wärmer wird, und der Beton nicht mehr zu gefrieren droht, darf auch wieder gehämmert und gegossen werden.
Wenn es wärmer wird, und der Beton nicht mehr zu gefrieren droht, darf auch wieder gehämmert und gegossen werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Der heftige Wintereinbruch hat die deutsche Wirtschaft zum Jahresende 2010 deutlich gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Oktober und Dezember um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit eine erste Schätzung. Im Sommer hatte es noch ein Plus von 0,7 Prozent gegeben.

Neu in den Berechnungen der Statistiker sind detaillierte Angaben zu den Ursachen des saisonalen Dämpfers. Vor allem in der Baubranche sorgten der frühe Wintereinbruch und die anhaltend harten Witterungsbedingungen für negative Winter-Effekte.

Kalte Baustellen bremsen Deutschland

Eis und Schnee ließen demnach die Bauinvestitionen um 3,9 Prozent schrumpfen und verhinderten damit ein stärkeres Wachstum. Für Impulse sorgten die Exporte mit einem Plus von 2,5 Prozent. Die Firmen fuhren ihre Investitionen in Maschinen und Anlagen um 2,6 Prozent hoch. Die Verbraucher gaben 0,2 Prozent mehr aus als im Vorquartal. Damit kam der Großteil des Wachstums aus dem Außenhandel, während die Winterschwäche am Bau die Binnenwirtschaft stark belastete.

Für das erste Quartal 2011 rechnen die meisten Fachleute wieder mit einem stärkeren Wachstum, da vor allem die Produktionsausfälle am Bau aufgeholt werden dürften. Auf einen kräftigen Aufschwung deutet auch der Ifo-Geschäftsklimaindex hin: Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer klettert derzeit von einem Rekord zum nächsten.

Optimisten sagen der deutschen Wirtschaft für dieses Jahr ein Plus von drei Prozent voraus, die Bundesregierung erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 2,3 Prozent. 2010 hatte die Wirtschaft mit 3,6 Prozent das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung geschafft. Im Krisenjahr 2009 hatte es mit 4,7 Prozent noch den stärksten Einbruch seit Bestehen der Bundesrepublik gegeben.

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Quelle: n-tv.de

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