Teurer KlimawandelExperten nennen Zahlen
Wetterbedingte Naturkatastrophen verursachen jährlich gewaltige Schäden. In Zukunft dürfte die Schadenssumme nach Ansicht von Versicherungsexperten deutlich steigen.
Ereignisse wie Wirbelstürme, Hochwasser und Dürren haben nach Berechnungen der Münchner Rückseit 1980 Schäden in Höhe von 1,6 Billionen Dollar verursacht. Umgerechnet entspricht das einem weltweiten Gesamtschaden von rund 1,1 Billionen Euro. Daran habe der - fast ausschließlich von Menschen verursachte - Klimawandel einen signifikanten Anteil, sagte der Chef des weltgrößten Rückversicherers, Nikolaus von Bomhard.
"Wir vermuten, dass heutzutage Jahr für Jahr ein niedriger zweistelliger Milliardenbetrag der Schäden auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Und diese Schäden werden in Zukunft dramatisch zunehmen." Deshalb habe er wenig Verständnis für das magere Ergebnis des Weltklimagipfels in Kopenhagen.
Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich die Staats- und Regierungschefs am Wochenende nur auf einen Minimalkompromiss geeinigt, der sie nicht zum Handeln zwingt.
Vernichtung von Vermögenswerten
Statt verbindlich kontrollierbarer Ziele zur Schadstoffreduzierung wurde lediglich festgehalten, dass die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt bleiben sollte. "Das Ergebnis von Kopenhagen macht mich einigermaßen fassungslos", sagte Bomhard weiter.
Der Münchener-Rück-Chef plädierte für rasche Gespräche zwischen USA, Europa mit Deutschland und China, um die Verhandlungen voranzubringen. "Wir brauchen ein striktes Klimaabkommen, und zwar schnell."