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Details aus dem Frühjahrsgutachten: Experten raten zur Steuersenkung

Einmal im Jahr legen die führenden Forschungsinstitute ihren großen Konjunkturausblick vor. Diesmal enthält das Frühjahrsgutachten jedoch mehr als nur eine kräftig angepasste BIP-Prognose. Vorab sickern konkrete Ratschläge durch.

Deutschlands führende Wirtschaftsforscher plädieren angesichts des kräftigen Aufschwungs für eine umfangreiche Steuersenkung. Der Tarif solle insbesondere im Bereich kleiner und mittlerer Einkommen leistungsfreundlicher gestaltet werden, zitierte die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus dem Frühjahrsgutachten der einflussreichsten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute.

Eine solche Steuersenkung für kleine und mittlere Einkommen würde den Faktor Arbeit entlasten und das Wachstumspotenzial in der Bundesrepublik dauerhaft steigern, hieß es. Umsonst ist diese positive Wirkung allerdings nicht zu haben: Die Reduzierung der Steuerlast für die mittleren Einkommen würde nach Einschätzung der Forscher rund 25 Milliarden Euro kosten.

Deutlich stärkeres Wachstum

Der Vorschlag steht damit im Widerspruch zu dem Haushaltsziel einer Schwarzen Null. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat bislang alle Vorstöße in Richtung Mehrausgaben strikt abgewiesen. Derzeit erzielt der Bund zwar dank kräftig sprudelnder Steuereinnahmen einen leichten Überschuss. Allerdings sitzt Deutschland zugleich auch auf einem enormen Schuldenberg, der sich zuletzt auf rund 80 Prozent der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung belief.

Offiziell wollen die Institute ihre Schätzungen eigentlich erst an diesem Donnerstag in Berlin vorstellen. Wie vorab bekannt wurde, werden die Ökonomen ihre Prognose aus dem Herbst dabei angeblich von 1,2 auf 2,1 Prozent deutlich anheben. Im kommenden Jahr sei dann mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,8 Prozent zu rechnen.

2014 hatte die deutsche Wirtschaft um 1,6 Prozent zugelegt. Die deutsche Exportwirtschaft profitiert derzeit unter anderem vom billigen Rohöl und vom schwachen Euro, der Ausfuhren außerhalb der Euro-Länder günstiger macht. Haupttreiber bleibt aber die starke Inlandsnachfrage mit konsumfreudigen Verbrauchern.

Quelle: n-tv.de

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