Stilles Bankensterben in den USAFDIC schließt Nr. 102
In der Bankenlandschaft der Vereinigten Staaten setzt sich die Serie der Bank-Pleiten ungebrochen fort. Die US-Einlagensicherung muss sechs weitere Häuser abwickeln. Möglicherweise fallen der Finanzkrise damit 2010 mehr Banken zum Opfer als im Vorjahr.
Die Zahl der Bankpleiten in den USA hat in diesem Jahr die 100 übersprungen. Am Freitagabend schloss die Einlagensicherung FDIC sechs weitere Regionalinstitute. Als bislang letztes musste die SouthwestUSA Bank aus Las Vegas die Segel streichen. Sie ist seit Jahresbeginn das 102. Opfer der immer noch schwelenden Finanzkrise. Die Spareinlagen übernimmt wie mittlerweile üblich eine andere Bank, so dass die Kunden weiter an ihr Geld kommen.
Die kleinen und mittelgroßen Banken in den USA sind die Verlierer der Krise. Viele ihrer Schuldner sind arbeitslos geworden und können ihre Kreditraten nicht mehr zahlen. Die großen Institute - mit Ausnahme der Investmentbank Lehman Brothers und der Sparkasse Washington Mutual - hatte die US-Regierung mit Steuergeldern gestützt. Die neuerlichen Bankpleiten belasten die Einlagensicherung mit knapp 400 Mio. Dollar.
Im gesamten vergangenen Jahr waren 140 US-Institute in den Wirren der Finanzkrise untergegangen. Hält der Trend an, dürfte der Rekord in diesem Jahr gebrochen werden. Dem zuständigen Kontrollausschuss des US-Kongresse machen vor allem die vielen Kredite für Gewerbeimmobilien Sorgen, die die Banken gewährt haben. Mancherorts stehen ganze Büro- und Geschäftskomplexe leer.