Bond-Käufe kein Indiz für ProblemeFed-Vertreter streuen Sand
Der Konjunkturmotor der USA stottert. Die Fed entscheidet sich zu weiteren Stützungsmaßnahmen. Aber Probleme hat die Wirtschaft nicht. Eisern beharren die Fed-Vertreter darauf, dass es keine Hinweise auf eine Verschlechterung der Wirtschaft gebe.
Nach ihrer Entscheidung zum Kauf neuer Staatsanleihen bemüht sich die US-Notenbank, Sorgen verunsicherter Investoren zu zerstreuen. Die Maßnahme dürfe nicht als Zeichen dafür gesehen werden, dass es der Wirtschaft schlechter gehe als bisher angenommen, sagte der Präsident der Federal Reserve von Minneapolis, Narayana Kocherlakota.
Eine solche Reaktion sei unbegründet. Die Fed hatte in der vergangenen Woche nicht nur bekräftigt, noch über einen längeren Zeitraum an ihren extrem niedrigen Zinsen festhalten zu wollen. Vielmehr hatte die Notenbank zur Überraschung einiger Anleger auch angekündigt, Geld aus bereits fällig gewordenen Immobilienpapieren zu reinvestieren und neue Staatsanleihen zu kaufen.
Alles läuft nach Plan
Damit stoppt die US-Notenbank unter dem Eindruck der nur zähen Konjunkturerholung in den USA und der andauernden Misere am Arbeitsmarkt den begonnenen Ausstieg aus ihrer Krisenpolitik. Sie hält also die Unterstützung für die Wirtschaft aufrecht, anstatt sie wie zunächst geplant langsam abzubauen. Kocherlakota sagte, dennoch sei aus der Maßnahme der Fed keine neue Information über den Zustand der US-Wirtschaft abzuleiten. Die Entscheidung basiere im Wesentlichen auf öffentlich bereits zugänglichen Daten. Mit der Ankündigung hatte die Fed ihre Prognose für die US-Konjunktur deutlich nach unten geschraubt.
Unterdessen kaufte die Fed in einem ersten Schritt Staatsanleihen im Wert von 2,55 Mrd. US-Dollar. Die Bonds werden zwischen 2014 und 2016 fällig. Von Mitte August bis Mitte September will die Fed Staatsanleihen für insgesamt rund 18 Mrd. US-Dollar übernehmen.