Wirtschaft

Setzen auf das kommende Jahr: Fed beschwört den Aufschwung

Der Aufschwung in den USA hat an Schwung verloren: Das räumt nun auch die US-Notenbank ein. Allerdings verbreiten die Fed-Banker Optimismus. 2011 soll nun die Erholung der US-Wirtschaft an Kraft gewinnen, heißt es in dem Protokoll der Offenmarktausschuss-Sitzung vom 10. August.

Hinter den dicken Mauern des Washingtoner Fed-Gebäudes wird gegrübelt.
Hinter den dicken Mauern des Washingtoner Fed-Gebäudes wird gegrübelt.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz einer ganzen Reihe von schwächeren Konjunkturdaten in letzter Zeit gehen die US-Währungshüter davon aus, dass die Wirtschaftserholung im kommenden Jahr an Kraft gewinnen wird. "Nach Abwägung der verfügbaren Informationen rechnen die Teilnehmer weiter damit, dass die Erholung anhalten und 2011 an Stärke zulegen wird", heißt es im Sitzungsprotokoll.

Gleichwohl räumten die Mitglieder des Offenmarktausschuss bei ihrer Sitzung am 10. August ein, dass sich die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt in den USA viel schwächer zeigten als zunächst angenommen.

Die US-Notenbank hatte bei dieser Sitzung ihren Leitzins auf dem historischen Tief von 0 bis 0,25 Prozent belassen und angesichts eines schwachen Arbeitsmarkts und einer wachsenden Sorge über die Konjunktur einen kleinen, aber symbolisch bedeutsamen Schritt zur Stützung der Wirtschaft unternommen. Die Währungshüter beschlossen, das Geld von fällig werdenden Hypothekenpapieren in Staatsanleihen zu reinvestieren; durch die Wiederanlage der Gelder wird ein automatisches Schrumpfen des Wertpapierportfolios vermieden und somit eine leichte Straffung der Geldpolitik verhindert.

Reinvestition umstritten

Die meisten Währungshüter stimmten den Protokoll zufolge darin überein, dass die Reinvestition von fällig werdenden Geldern nötig werden könnte, um die schleppende Wirtschaftserholung zu stützen. Der Verweis auf die "meisten Mitglieder" deutet an, dass der Offenmarktausschuss in dieser Frage gespalten war.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" hatten mehr als ein Drittel der insgesamt 17 Währungshüter Vorbehalte gegenüber der Entscheidung zur Reinvestition geäußert. Allerdings votierte nur Thomas Hoenig, Präsident der Federal Reserve Bank von Kansas City, von den insgesamt zehn stimmberechtigten Teilnehmern offen gegen den Beschluss.

Problem Arbeitslosigkeit

Offenbar sind die US-Währungshüter zunehmend uneinig darüber, wie die hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit und die ungewollt niedrige Inflation zu bekämpfen sind. "Einige wenige Mitglieder waren besorgt, dass die Wiederanlage von Geldern in US-Staatsanleihen ein falsches Signal an die Investoren senden könnte über die Bereitschaft zu Anleihenkäufen im großen Stil", heißt es in dem Protokoll.

Ein Aufschub bei der Bilanzverkürzung würde den Ausstieg der US-Notenbank aus den Notfallprogrammen erschweren und die Wirtschaft in den kommenden Jahren beeinträchtigen, warnte ein Notenbanker.

Quelle: n-tv.de

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