Mittwoch, 23. Juni 2010
Noch "für eine längere Zeit": Fed bleibt bei Nullzinspolitik
Die US-Notenbanker drehen wie erwartet nicht an der Zinsschraube. Auch auf absehbare Zeit wollen sie von ihrer Politik des billigen Geldes nicht abrücken. Große Sprünge erwartet die US-Notenbank Fed weder bei der Konjunkturentwicklung noch am Arbeitsmarkt.
US-Notenbankchef Bernanke und die meisten übrigen Notenbanker im Offenmarktausschuss wollen keine strafferen geldpolitischen Zügel.
(Foto: AP)
Der US-Leitzins bleibt auf seinem historischen Tiefstand: Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed bestätigte erwartungsgemäß die Zinsspanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Zugleich machte die Zentralbank deutlich, dass die Konjunkturlage weiterhin "für einen längeren Zeitraum" Anlass biete, den Zins auf "außergewöhnlich niedrigem Niveau" zu belassen. Die amerikanische Wirtschaft steuert nach Ansicht der Notenbank weiter auf allmählichem Erholungskurs.
Ökonomen deuten die seit einiger Zeit verwendete Wortwahl der Fed so, dass der Leitzins mindestens für die nächsten sechs Monate beibehalten wird. Experten rechnen damit, dass die Federal Reserve erst im kommenden Jahr an der Zinsschraube dreht. Ruhe an der Inflationsfront gibt der Fed den Spielraum dazu.
Die Bewertung der Konjunktur fiel in der Mitteilung der Notenbank angesichts der Schuldenkrise in Europa um eine Schattierung negativer aus als bei der vorangegangenen Fed-Sitzung Ende April. Zwar komme die Erholung voran, während sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt schrittweise bessere. Allerdings unterstütze die Lage auf den Finanzmärkten wegen der "Entwicklungen im Ausland" das Wachstum nicht mehr so stark wie bisher.
dpa/rts
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