Wirtschaft
Bloß nicht im Weg stehen: Kurz vor Feierabend kommt an der Wall Street Hektik auf.
Bloß nicht im Weg stehen: Kurz vor Feierabend kommt an der Wall Street Hektik auf.(Foto: REUTERS)

Ergebnisse aus dem Stresstest: Fed überrumpelt die Märkte

Der Schritt kommt überraschend: Die US-Notenbank Federal Reserve zieht die Ergebnisse ihres Belastungsprobe für Großbanken vor. Börsianer reagieren begeistert. Damit ist der Weg für höhere Ausschüttungen.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat nach Börsenschluss an der New Yorker Wall Street überraschend die Ergebnisse ihres jüngsten Bankenstresstests veröffentlicht. Eigentlich war die Bekanntgabe erst für Donnerstag vorgesehen. Schon die Ankündigung der Veröffentlichung löste an den US-Börsen starke Kursgewinne bei den Großbanken aus. Der Grund: Die Fed macht damit für die größten Institute des Landes den Weg frei für Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen.

Nach Einschätzung der Federal Reserve dürften die 19 US-Banken, die dem Stresstest unterzogen wurden, in einem Negativszenario in den kommenden neun Quartalen Verluste von 534 Mrd. US-Dollar einfahren. Die Fed betonte wiederholt, dass ein derart starker Abschwung nicht erwartet werde. Zudem hätten die Banken größere Puffer als noch während der Krise im Jahr 2009. 15 der 19 Banken verfügen nach Ansicht der Notenbank in einem Stressszenario über gesunde Kapitalniveaus. Damit fiel das Ergebnis insgesamt besser aus als erwartet.

JP Morgan hatte bereits während des regulären Handels ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 15 Mrd. US-Dollar angekündigt. Zudem erhöht die Bank die Dividende um satte 20 Prozent. Die Aktie zog daraufhin um sieben Prozent an. Der gesamte Bankensektor legte um 4,9 Prozent zu. Die Quartalsdividende soll von 25 auf 30 Cent steigen.

Von den 15 Mrd. Dollar für den Aktienrückkauf sollen 12 Mrd. Dollar noch in diesem Jahr fließen. Das treibt in der Regel die Nachfrage nach den Papieren. Goldman Sachs kündigte nach der Schlussglocke ebenfalls den Rückkauf eigener Aktien an und stellte eine mögliche Dividendenanhebung in Aussicht. Die US-Notenbank Fed als Finanzaufsicht habe keine Einwände gegen die Pläne gehabt, erklärten die Kreditinstitute.

Während die europäischen BaFin verbreitet Zuversicht noch unter dem Druck der Schuldenkrise mit ihrem Geld haushalten müssen, wechseln die US-Institute damit nach mehreren mageren Jahren wieder direkt die Spendierhosen.

Run auf Bank-Aktien

Neben den beiden Branchengrößen JP Morgan Chase und Goldman Sachs kündigte auch der kleinere Rivale US Bancorp an, für mehrere Milliarden Dollar eigene Aktien zurückzukaufen und die Dividende kräftig zu erhöhen.

US Bancorp erhöhte die Quartalsdividende um 56 Prozent auf 19,5 Cent und will bis zu 100 Mio. eigene Aktien erwerben, was nach derzeitigem Kurs 3,1 Mrd. Dollar kosten würde.

Die teilweise bereits während der Handelszeit an der Wall Street durchgesickerten Nachrichten zum Stresstest ließen die Bankaktien nach oben schießen. Die Aktien der Bank of America, der Citigroup und von Goldman Sachs stiegen um jeweils rund 6 Prozent.

Morgan Stanley verteuerten sich um 4 Prozent. Die Gewinne im Bankensektor zogen den gesamten Dow Jones Index nach oben, der an einem sehr guten Tag annähernd 2 Prozent oder mehr als 200 Punkte zulegte.

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Quelle: n-tv.de

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