Dienstag, 24. August 2010
Beschwerliche Rückkehr zur Normalität: Finanzinvestoren kämpfen
Die Finanzinvestoren wittern nach der schweren Finanzkrise wieder Morgenluft. Allerdings kann die Branche noch keine Zahlen wie im Jahr 2008 aufweisen. Seit der Krise kommen viele Finanzinvestoren nicht mehr so leicht an das Fremdkapital, das sie brauchen.Das Geschäft mit dem Kauf, der Finanzierung und dem Verkauf von Unternehmen ist im ersten Halbjahr nur langsam wieder auf Touren gekommen. Laut Branchenverband BVK haben die Beteiligungsgesellschaften in Deutschland mit 2,24 Milliarden Euro fast schon so viel Geld für Unternehmen ausgegeben wie im gesamten Vorjahr (2,74 Milliarden).
BVK-Geschäftsführerin Dörte Höppner sieht darin schon die Rückkehr zur Normalität. Von Zahlen wie vor der Finanzkrise ist die Branche allerdings weit entfernt: 2008 hatten die Finanzinvestoren in Deutschland 9,3 Milliarden Euro investiert.
Im zweiten Quartal ging das Volumen allerdings wieder auf 673 Millionen Euro zurück. Seit der Krise kommen viele Finanzinvestoren nicht mehr so leicht an das Fremdkapital, das sie brauchen, um mit den Übernahmen hohe Renditen zu erzielen. Dadurch müssen Private-Equity-Firmen Abstriche machen, obwohl sie nach Verbandsabgaben auf 33 Milliarden Euro Eigenkapital allein für deutsche Unternehmen sitzen.
KKR-Einstieg bei Wild sticht heraus
Entgegen früherer Gepflogenheiten greifen sie hierzulande auch zu Minderheitsbeteiligungen. Im ersten Halbjahr wurden 816 Millionen Euro auf diese Weise investiert, ein Jahr zuvor waren es gerade 202 Millionen Euro. Der Einstieg von KKR beim Aromenhersteller Wild war mit Abstand die größte Transaktion dieser Art.
In Komplett-Übernahmen flossen 1,13 Milliarden (205 Millionen) Euro, die größte davon war der Wissenschaftsverlag Springer Science, der von einem Finanzinvestor zum nächsten weitergereicht wurde - von Cinven und Candover an EQT.
Auch das ist typisch für die Lage der Branche: 48 Prozent der 559 Millionen Euro, für die Finanzinvestoren sich im zweiten Quartal von Unternehmen in ihrem Portfolio trennten, kamen wiederum aus der Private-Equity-Branche.
rts
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